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    Welser lebt auf den Philippinen: "Habe Sehnsucht nach Bergen und Schnee"

    WELS. Als Importeur verschlug es Rudi Kubis nach Asien, wo ihn jetzt das Heimweh plagt.

    Als Unternehmer pendelte Rudi Kubis zwischen zwei Kontinenten. Seit kurzem ist der Welser in Pension und lebt komfortabel auf den Philippinen. Doch dort plagt ihn zunehmend Heimweh: „Sonne und Strand hast du hier jeden Tag. Ich liebe aber die Berge und den Schnee.“ Deshalb fliegt er so oft es ihm möglich ist, nach Österreich. Kürzlich war er wieder in seiner Heimatstadt, um Freunde und Angehörige zu treffen.

    Kubis verschlug es Anfang der 1980er Jahre in den Fernen Osten, wo er als Importeur von Werbe- und Geschenksartikeln seinen Lebensunterhalt bestritt: „Ich wollte wissen, wo die Ware produziert wird, mit der ich handle.“ Von Hongkong aus gab er für seine europäischen Kunden Bestellungen aus und fixierte die Preise.

    „Zu dieser Zeit war China noch abgeschottet. Das meiste wurde in Hongkong und Taiwan produziert. Wenn man mit den Chinesen Geschäfte machen wollte, wurde man an der Grenze abgeholt und bei jedem Schritt überwacht.“ Als einer der ersten besaß der Welser ein Faxgerät und handelte schon früh mit großen Mengen: „Meine Kunden waren Versandhäuser und große Einkäufer, die sich an Zwischenhändlern bedienten, weil sie selbst mit den Asiaten keine Geschäfte machen wollten.“ Kubis kannte wiederum die Produzenten und die Besitzer der Fabriken.

    Ein Einzelkämpfer

    Reich wurde der Welser im Fernen Osten nicht. „Ich war immer ein Einzelkämpfer und habe versucht, das unternehmerische Risiko so gering wie möglich zu halten.“ Vielleicht lag es auch daran, dass der 67-Jährige eine ganze Menge anderer Interessen zu pflegen wusste: „Bevor ich nach Asien ging, bin ich öfter in Quizsendungen aufgetreten. Bei Blacky Fuchsberger und Hans-Joachim Kulenkampff war ich öfter zu Gast.“ Das Genre hat ihn so fasziniert, dass er eine eigene Quizsendung entwickelte und diese dem ORF anbot: Eineinhalb Jahre war das Musikquiz „Nur drei Takte“ Teil des ORF-Programms. Kubis schrieb nicht nur das Drehbuch, sondern suchte auch die Fragen aus. „Ich wollte unbedingt Marcel Prawy als Moderator haben. Der hat aber zu viel verlangt, deshalb entschieden wir uns für den weniger bekannten Dirigenten Milan Turkovic.“

    Sein Faible für Musik ist Kubis angeboren. „Meine Mutter war Schuldirektorin in der Neustadt und eine gute Sängerin. Mein Vater spielte Klavier.“ Als Heurigenmusiker in Wien verdiente sich Kubis sein Studium: „Ich habe damals ständig Musik gemacht und kam nicht mehr zum Studieren. Welthandel habe ich später beruflich betrieben. Dafür braucht man keinen Titel.“

    Eigene Oper als Lebenswerk

    Seit 1985 schreibt er an einer Oper , die das Shakespeare-Drama „Maria Stuart“ zum Inhalt hat. „Von vier Akten fehlt mir nur noch einer“, sagt der 67-Jährige. Neben seinem Sterbebett soll eines Tages die fertige Partitur liegen, sinniert Kubis voller Sentimentalität.

    Kubis Fähigkeiten als Musiker werden in Asien mehr geschätzt als in seiner Heimat. Ein Landsmann, der frühere Hoteldirektor Helmut Gaisberger, veranstaltete in der Hauptstadt Manila viele Jahre einen Wiener Opernball und ein Neujahrskonzert. Bei dieser Gelegenheit konnte Kubis sein Talent als Pianist unter Beweis stellen.

    19.04.2017, 00:04 Uhr

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