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    Rauschende Weihnachtsfeier wurde Offizier zum Verhängnis.

    Unfall im Rausch: Augenzeuge filmte mit Handy torkelnden Polizeioffizier

    WELS. Mit mehr als 1,6 Promille hat ein Polizeioffizier einen Parkschaden verursacht. Der Alkolenker wurde nach Linz strafversetzt. Vorwurf der sexuellen Belästigung sei aber falsch, betont der Landespolizeikommandant.

    Ein Welser Polizeioffizier musste zwei Tage vor Weihnachten nach einem Verkehrsunfall den Führerschein abgeben. Der Mann hatte am 22. Dezember um 7.30 Uhr in der Nähe eines Einkaufszentrums mit mehr als 1,6 Promille einen Parkschaden verursacht. Ein Passant filmte den Polizisten, wie er nach dem Unfall rund um sein Auto torkelte. Der Augenzeuge rief die Kollegen des Betrunkenen, die ihm schließlich den Führerschein entzogen.

    Der ranghohe Beamte wurde in der Folge in die Landespolizeidirektion versetzt, wo er im Wissens- und Qualitätsmanagement „projektbezogene Arbeit leistet“, wie Landespolizeikommandant Andreas Pilsl betont: „Es ist für den Kollegen und die Organisation das Beste. Denn fachlich ist er sehr gut“, sagt Pilsl. Eine Disziplinarkommission entscheidet, wie es mit dem Alkosünder beruflich weitergeht. Zur Beurteilung des Falls wurde der Akt an die Landespolizeidirektion Kärnten weiter geleitet.

    Der Welser Offizier im Rang eines Oberstleutnants soll am 22. Dezember um 7.30 Uhr beim Reversieren in Wels-West seinen Pkw beschädigt haben. Am Vorabend hatte der Mann bei einer Weihnachtsfeier mit Kollegen zu tief ins Glas geschaut. Der Unfall habe sich in seinem Urlaub zugetragen, betont Pilsl. Eine Manipulation des Dienstplans zwecks Vermeidung einer härteren Disziplinarstrafe schließt der Landespolizeikommandant aus: „Seinen Urlaub hat er am 30. November beantragt. Er wurde auch genehmigt. Jeder Schritt wird elektronisch erfasst. Eine Manipulation ist unmöglich.“

    Das Verhalten des Alkolenkers bedauert Pilsl: „Er hat eine Scheidung hinter sich, aber gerade als Vorgesetzter hätte er eine Vorbildfunktion.“

    Sexuelle Übergriffe erfunden

    Im Zuge der Affäre tauchten Vorwürfe ganz anderer Natur auf. Eine Frau hat den Polizeioffizier beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben. „Dieser Vorwurf ist nicht neu und hat sich bei näherer Überprüfung in Luft aufgelöst. Diese Frau wurde überführt. Sie hat mehrere Männer zu Unrecht beschuldigt“, so Pilsl.

    Die Dauer des Führerscheinentzugs richtet sich nach dem Alkoholisierungsgrad. Der Unfall kommt erschwerend hinzu. Das Strafausmaß beträgt in gleich gelagerten Fällen acht Monate. Der Polizist muss an vier Nachmittagen eine Nachschulung absolvieren und sich in der Folge einer verkehrspsychologischen Untersuchung unterziehen.

    Seine Versetzung nach Linz wurde vorläufig ausgesprochen, so Pilsl. Eine Rückkehr nach Wels sei nicht auszuschließen.

    Erik Famler, 09.01.2018, 04:10 Uhr

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