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    Seit Juli fertig: OÖN präsentieren nun exklusiv die Welser Integrations-Studie

    Seit Juli fertig: OÖN präsentieren nun exklusiv die Welser Integrations-Studie

    WELS. Experten-Rat: Lernhilfe an Nachmittagen für Kinder aus sozial schwachen Familien

    Im Auftrag der Stadt erstellte die Donau-Universität Krems die Studie „Integration in Wels“, die seit Juli vorliegt, aber unter Verschluss blieb. Die OÖNachrichten haben das 56-seitige Werk gelesen:

    • Auch in Wels wird Bildung vererbt. Kinder aus finanziell und sozial schwachen Familien erreichen einen geringeren Bildungsgrad.
    • Ausländer: 14.000 der knapp 60.700 Einwohner sind Ausländer (23 %; OÖ: 11,2 %). Wels liegt beim Bevölkerungsanstieg zwischen 2002 und 2016 im Landtrend – mit einem Unterschied: Wels wuchs ausschließlich durch Zuzug von Ausländern.
    • Zuwanderung: Knapp ein Drittel der in Oberösterreich zugezogenen Ausländer stammt aus Ländern außerhalb der EU, in Wels ist es fast jeder Zweite.
    • Migranten: 2002 hatten 22 Prozent der Welser Migrationshintergrund (im Ausland geboren), 2016 waren es 29 Prozent. Landesweit gab es einen Anstieg von zwölf auf 15 Prozent.
    • Kinderbetreuung: Knapp 70 Prozent der Kinder bis zum fünften Lebensjahr werden außer Haus betreut (Krippe, Kindergarten, Hort). Der Ausländeranteil in Kindergärten liegt bei 28 Prozent, in Horten und Krippen bei je 14 Prozent. Je nach Stadtteil variieren die Zahlen. In der Noitzmühle und Neustadt ist jeder Zweite Ausländer, in Laahen sind es fünf Prozent.
    • Volksschule: Die Standorte Vogelweide, Pernau, Stadt-Mitte, Lichtenegg haben Ausländeranteile von 40 bis 43, Puchberg 13 Prozent.
    • Deutsch nicht als Muttersprache haben nach Angaben des Landesschulrates 36 Prozent der Welser Volksschüler. Die Statistik Austria veröffentlicht Daten in Bezug auf „Deutsch nicht als Umgangssprache“: Das trifft auf 62 Prozent der Volksschüler zu. Diese Gruppe besucht dann mehrheitlich eine Neue Mittelschule (67 Prozent), 16 Prozent wechseln ins Gymnasium, 13 Prozent in eine Hauptschule.
    • Pädagogen beklagen mangelhafte oder fehlende Unterstützung der Kinder durch Eltern: Überforderung (Sprache) und Desinteresse sind Ursachen. Es gibt kaum Elternvereine; Eltern treten Informationspflicht an die Pädagogen ab und sagen: „Ich habe der Lehrerin meine Handy-Nummer gegeben, falls es etwas zu besprechen gibt.“
    • Eltern wünschen sich gute und leistbare Nachmittagsbetreuung – am besten direkt in der Schule.
    • Sprachdefizite verringern bei Eltern/Müttern das Selbstvertrauen, sie meiden Schulveranstaltungen.
    • Arbeitsmarkt: Mit etwa 73 Prozent sind etwa gleich viele Männer in Beschäftigung – egal ob in Österreich oder im Ausland geboren; 67 Prozent österreichischer Frauen, aber nur 58 Prozent der Migrantinnen arbeiten außer Haus.
    • Berufsausbildung: Mehr als ein Drittel der Welser zwischen 15 und 64 hat Pflichtschulabschluss, OÖ: unter 25 Prozent.
    • Mindestsicherung bezogen 1800 Personen (2015); 48 Prozent Österreicher, 52 Prozent Ausländer; davon 38 Prozent Asylberechtigte.
     

     

    Von Friedrich M. Müller, 08.02.2018, 23:04 Uhr

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