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    Schwierige Wohnungssuche für Asylberechtigte: Stadt startet Aufruf

    GRIESKIRCHEN. Grieskirchen und NGOs suchen Wohnungen, damit integrierte Flüchtlinge bleiben können.

    Im Mai vor zwei Jahren bekam Grieskirchens Bürgermeisterin Maria Pachner vom Roten Kreuz die Anfrage, ob die Stadt nicht 100 Asylwerber aufnehmen könnte. Man konnte, die Menschen wurden vorübergehend in der alten Hauptschule untergebracht, später dann in kleineren Quartieren. Derzeit leben etwa 50 Flüchtlinge in der Bezirksstadt, darunter viele Familien, die bereits gut integriert sind. Mittlerweile haben etliche bereits einen positiven Asylbescheid. Sie brauchen neben Arbeit nun auch dringend leistbaren Wohnraum.

    Nun startet die Stadt mit NGOs und dem NETZwerk Integration einen Aufruf, leerstehende Wohnungen und Häuser zu vermieten. „Wir hoffen, dass wir offene Türen finden, um diesen Menschen eine Heimat zu geben“, sagt Bürgermeisterin Maria Pachner (VP).

    Vorbehalte der Vermieter

    Integrationsstadtrat Bernhard Waldhör (Grüne) betont, dass die Asylberechtigten de facto kaum Chancen hätten, eine Genossenschaftswohnung zu bekommen. Sie sind auf private Vermieter angewiesen. Die gebürtige Syrerin Basma Scharinger, Obfrau von NETZwerk Integration, weiß aus ihren Erfahrungen, dass Vermieter viele Vorbehalte haben. „Wenn es aber ein persönliches Kennenlernen gibt, kommt es meist erfolgreich zu einem Mietvertrag.“

    In Grieskirchen gibt es bereits einige Positivbeispiele, die Mut machen, Leerstände für Flüchtlinge zu öffnen. So haben beispielsweise der Grieskirchner Rechtsanwalt Roland Menschick und seine Frau Maria ein leerstehendes Nachbarhaus für eine Familie aus Syrien und einen jungen Mann aus Afghanistan gemietet. Mit Hilfe von Freunden und Familienmitgliedern, die sich verpflichteten, monatlich einen gewissen Beitrag zur Verfügung zu stellen, wurden Miete und Betriebskosten bezahlt. Der Rotary Club steuerte 1000 Euro fürs Heizöl bei. „Ich bin überzeugt, dass die Integration so viel besser gelingen kann, als wenn die Flüchtlinge abgeschirmt in einem Containerdorf wohnen“, sagt Roland Menschick. Die syrische Familie steht mittlerweile auf eigenen Beinen, der Vater hat einen Job gefunden und selbst ein Haus gemietet.

    Christian Hrubes, Koordinator der Flüchtlingshilfe beim Roten Kreuz, betont, dass es durch privates Engagement gelingt, die Menschen in der Region zu halten. „Viele zieht es nach Wien, wo sie dann auf 40 m² mit bis zu 20 Leuten die Schlafplätze teilen müssen.“ Derzeit gibt es im Bezirk Eferding Überlegungen, dass Pfarren Wohnungen für Flüchtlinge anmieten. Unterstützung bei der Wohnungssuche bietet auch das Projekt I-C-E (Integrations-Caritas-Express) der Caritas OÖ, das anerkannte Flüchtlinge beim Start in ein eigenständiges Leben unterstützt. Der I-C-E nimmt Wohnungs-Angebote entgegen (Tel. 0732-7610-2757). Ab Juni gibt es auch ein eigenes Büro in Grieskirchen, Oberer Stadtplatz 2.

    Michaela Krenn-Aichinger, 18.05.2017, 04:37 Uhr

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