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    Puls 4 nimmt wundersame Vermehrung von Veranstaltungssälen aufs Korn

    LAMBACH / EDT. "Bist du deppert"- Moderatorin Eva Maria Marold drehte in Lambach und Edt.

    Wie man Veranstaltungssäle vervielfacht und was uns Steuerzahler diese in Oberösterreich so beliebte Spielart der Geldverschwendung kostet, ist heute um 20.15 Uhr auf Puls 4 zu sehen. In der Sendung „Bist du deppert“ wird in gewohnt pointierter Form über umstrittene Projekte berichtet. Diesmal erwischte es die Gemeinden Lambach und Edt. „Verschwendung bei Neubau zweier Gemeindesäle“, hatte die Welser Zeitung erst im Juni des Vorjahres getitelt (siehe Faksimile).

    Der Sender nahm Anleihe und schickte Kabarettistin Eva Maria Marold in die „Veranstaltungshochburg Lambach“, wo ihr Bürgermeister Klaus Hubmayer (SPÖ) mit ernster Miene sein „Gfrett“ mit dem geerbten Gemeindesaal schildert. Denn vor der Wahl 2015 hatte sich seine Partei gegen das Projekt ausgesprochen, was Hubmayer das Bürgermeisteramt bescherte und seine Vorgängerin Christine Oberndorfer (ÖVP) ebendieses kostete. Seither wird der im Zuge der Landesausstellung errichtete Saal nur sporadisch genutzt. Unter anderem, weil dem Raum die Veranstaltungstechnik fehlt.

    2017 leistete sich die Gemeinde Edt in nur drei Kilometern Entfernung ein eigenes Veranstaltungszentrum. Das „Komedt“ kostete zwei Millionen Euro und wird nicht das letzte Saal-Projekt bleiben. Denn in Stadl-Paura, das noch ein Stück näher an Lambach heranreicht, wurde unlängst beschlossen, den Turnsaal der Schule so zu adaptieren, dass er auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. „Ein typischer Fall für ,Bist du deppert’, denn Bauprojekte, deren Sinnhaftigkeit infrage gestellt werden, zeigen wir immer wieder“, sagt Sandor Fülöp von der Online-Plattform „Dossier“, die für Puls 4 die Recherchearbeiten erledigt. In der Sendung kommen nicht nur die Bürgermeister zu Wort. Der Lambacher Neos-Gemeinderat Johann Fuchs, der den Sender auf das Thema aufmerksam machte, darf auch was dazu sagen. Als Gag klont „Bist du deppert“ seinen Co-Moderator Gregor Seberg, um die Vielzahl der Veranstaltungshallen zu füllen.

    In einem Rückblick schwenken die Puls-4-Comedians in den Bezirk Grieskirchen, wo der Landesrechnungshof 2014 eine ähnliche Saal-Dichte kritisierte.

     

     

    Erik Famler, 09.01.2018, 03:04 Uhr

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