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    Die Welser Ordnungswache hat ein Imageproblem und das nicht erst seit Bekanntwerden der Hakenkreuz-Affäre.

    Ordnungswache ringt um die Existenzberechtigung

    WELS. Nach acht Jahren Einsatz lassen Kompetenz-Manko und Hakenkreuz-Affäre an ihrer Sinnhaftigkeit zweifeln

    Einmal mehr ist die Welser Ordnungswache zwischen die politischen Fronten geraten. Nachdem die Stadt einen Mitarbeiter fristlos entlassen musste, weil dieser vor einer Hakenkreuzfahne posierte, stellen Gegner den städtischen Wachdienst wieder in Frage: „Für die Sicherheit sollte die Polizei zuständig sein und sonst niemand!“, meint Neos-Mandatar Markus Hufnagl. Gleichzeitig kritisiert der pinke Gemeinderat eine Aufwandserhöhung von 22 Prozent für dieses Jahr, was Sicherheitsreferent Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FPÖ) prompt zurückweist: „Durch die Organisationsreform am Magistrat wurden der Ordnungswache neue Kostenstellen zugeordnet. Das tatsächliche Budget hat sich dadurch aber nicht wie behauptet um 22 Prozent erhöht.“

    Vor mehr als acht Jahren begann der elfköpfige Wachkörper seinen Dienst mit verhaltenem Rückenwind. Die zu dieser Zeit regierende SPÖ stimmte halbherzig zu. Der Anschein, auf „Law and Order“ umzuschwenken, sollte vermieden werden. Die von der FPÖ und den Schwarzen forcierte Ordnungswache war der linken Reichshälfte stets ein Dorn im Auge. Und nun die Hakenkreuz-Fahne!

    Warum die Stadtwache bereits vom Start weg ein Akzeptanzproblem hatte, erklärt sich auch mit ganz anderen Gründen. Von Gegnern als „Kasperl-Truppe“ verunglimpft, fehlten ihr bisher die Kompetenzen, um von der Bevölkerung ernst genommen zu werden.

    Doch man kann es auch anders sehen. Deren Leiter Klaus Echer empfindet den Hilfssheriff-Status seines Teams ganz und gar nicht abwertend: „Wir machen alles Niederschwellige und spielen die Polizei für gröbere Sachen frei.“ Nach dem Machtwechsel von Rot zu Blau-Schwarz wurden die Aufgaben der Ordnungswache erweitert. Sie beschränkt sich jetzt nicht nur auf die Abmahnung von Hundekot-Ignoranten und Tierfreunden beim illegalen Füttern von Tauben. Viele Einsätze basieren bereits auf Meldungen der Bürger-App. Die Erfolge ließen sich sehen, sagt Echer: „Die Vandalismusschäden sind immens zurückgegangen. Auf den Altstoffsammelzentren herrscht nicht mehr Müll-Chaos wie früher. Wesentlich gebessert hat sich auch die Hundekot-Problematik.“

    Die Hakenkreuz-Affäre habe dem Ansehen der Ordnungswache aber massiv geschadet, gesteht Echer: „Es werden jetzt alle in einen Topf geschmissen. Da leidet die Akzeptanz.“ Öfter als zuletzt w ird wieder die Frage nach ihrer Existenzberechtigung gestellt. Neos-Gemeinderat Hufnagl sieht durch den jüngsten Vorfall seine Befürchtungen bestätigt: „Wie verhindert man, dass ähnliche Fälle erneut auftreten? Wir fordern ein Überdenken der gesamten Organisation.“

    Die Gefahr von schlimmen Fehltritten bedroht aber nicht nur auf die Ordnungswache. Die jüngste Affäre betraf einen Polizeioffizier, der im betrunkenen Zustand einen Sachschadenunfall verschuldete und dabei gefilmt wurde,

    Erik Famler, 11.01.2018, 00:04 Uhr

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