• Wels
    Linie Wels fährt ab Herbst bis 22.30 Uhr Sonntags bleiben die Busse in der Garage

    Linie Wels fährt ab Herbst bis 22.30 Uhr

    WELS. Auch die Direktverbindung Lichtenegg–Vogelweide–Neustadt wird vorerst auf Eis gelegt.

    Die Politik erfüllt Wählerwünsche: Bei der nicht unumstrittenen Bürgerbefragung am 2. Oktober wollten 60 Prozent, dass die Linienbusse bis 22.45 Uhr verkehren. Sechs Monate und etlichen Detailkalkulationen später, präsentierten Politiker gestern der Presse die "Angebotserweiterung", die am 4. September startet.

    Von Montag bis Samstag wird die Betriebszeit verlängert: Um 22.30 Uhr fahren Busse zum letzten Mal vom Kaiser-Josef-Platz Richtung Gartenstadt/Vogelweide, Laahen/Neustadt, Pernau/Industriegebiet und Lichtenegg. Letzterer Kurs wendet nicht wie tagsüber bei der SCW, sondern bereits direkt beim Starmovie-Kino. Derzeit fahren Busse von 5.20 und 20.30, Samstag bis 18.30 Uhr. Die Abendbusse kosten 90.000 Euro/Jahr, aber die Tarife bleiben gleich. eww-Vorstand Florian Niedersüß rechnet mit 14.500 zusätzlichen Fahrgästen.

    "Nach zwei Jahren werden wir das System evaluieren", sagt Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ) – was Kosten und Fahrgastzahlen betreffen. Die eww deckt das jährliche Defizit des Linienverkehrs von 1,6 bis zwei Millionen Euro ab.

    Bei der Bürgerbefragung im Herbst wollte jeder Zweite auch die Direktverbindung zwischen Neustadt und Lichtenegg ohne Umweg über den KJ. Diese Idee liegt auf Eis. "Wir schießen pro Fahrgast durchschnittlich 0,2 Euro zu, bei dieser Linie wären es aber sechs bis sieben Euro gewesen", sagt Niedersüß. Auch der Sonntagsverkehr wird nicht eingeführt. Das Anruf-Sammel-Taxi decke den Bedarf.

    Dennoch wird investiert. "Wir rüsten die Busse mit GPS aus, dann wird die Ankunft in Echtzeit via Internet, Handy-App oder bei einigen ausgewählten Haltestellen angezeigt", sagt Linie-Wels-Geschäftsführer Wolfgang Stöttinger. Kosten dieses Dienstes, der ab Sommer 2018 angeboten werden soll: rund 400.000 Euro. Auch das 15 Jahre alte Chip-Karten-System mit Bestpreis-Garantie muss auch auf den neuesten Stand gebracht werden.

    Sabtours als Linie-Wels-Betreiber kauft neue Busse, deren Durchschnittsalter soll sich bis 2021 von 8,5 auf sechs Jahre verringern. Laufend werden Buslenker in ökologischer Fahrweise geschult.

    Verkehrsstadrat Klaus Hoflehner (SP) und VP-Fraktionschef Markus Wiesinger lobten den Start des Abendbusses, der seit Jahren debattiert werde, aber parteiübergreifendes Anliegen gewesen sei.

    Politik, Sab, eww und ein deutscher Experte nahmen das Welser Liniensystem zuletzt kritisch unter die Lupe. Ergebnis: Die Busdrehscheibe bleibt auf dem KJ, das sternförmige System wird beibehalten. "Für Städte bis 100.000 Einwohnern mit mittigem Zentrum ist es das Beste", sagt Niedersüß. "Wir sind Vorbild für etliche Städte in Österreich und Süddeutschland", ergänzt Stöttinger.

    Im April 2019 läuft der Linie-Wels-Vertrag zwischen eww und Sab aus, es muss EU-weit ausgeschrieben werden. Ob das Welser Unternehmen Mitte 2018 den Zuschlag erhält, ist völlig offen.

    Friedrich M. Müller, 19.04.2017, 02:54 Uhr

    Mehr Wels
    Wels Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang