• Wels

    In Peuerbach startet heißer Wahlkampf

    PEUERBACH. Zwei Bürgerlisten treten erstmals an und rechnen zumindest mit Bürgermeister-Stichwahl

    Sehr lange Zeit gelassen hat sich die ÖVP mit der Bekanntgabe des Spitzenkandidaten für die Bürgermeisterwahl in der mit Jänner fusionierten Stadt Peuerbach. Gestern wurde es aber nun offiziell: Bürgermeister außer Dienst, Wolfgang Oberlehner, wird am 8. April antreten. Den ehemaligen Bürgermeister von Bruck-Waasen, Peter Sattlberger, hat die ÖVP als seinen Vize vorgesehen.

    „Wir haben uns so lange Zeit gelassen, weil ab der Bekanntgabe der Wahlkampf eröffnet ist“, sagt Oberlehner, der mehr als 16 Jahre Peuerbacher Stadtchef war. Seit 1. Jänner bis zur Bürgermeister- und Gemeinderatswahl führt nun der vom Land Oberösterreich eingesetzte Regierungskommissär Andreas Wenzl die Amtsgeschäfte.

    Ausschlaggebend für seine Kandidatur sei gewesen, sich nach zwei Jahren der Vorbereitungszeit und Nachbereitung der Fusion mit Bruck-Waasen der Verantwortung zu stellen und die beiden Gemeinden ordentlich zusammenzuführen, so Oberlehner. Ob er 2021 noch einmal zur Wahl antreten will, lässt er offen.

    Die politischen Gegner für die ÖVP, die in beiden Gemeinden die Mehrheit stellte, sind neben FPÖ, SPÖ und den Grünen auch zwei neue Bürgerlisten. Beide Bürgerbewegungen stellen auch einen Bürgermeisterkandidaten. Schon seit Monaten Wahlkampf betreibt Gemeindearzt und Ex-ÖVP-Gemeinderat Martin Gollner mit seiner Bürgerliste Peuerbach. „Ich glaube, eine Bürgermeister-Stichwahl ist sehr wahrscheinlich“, sagt der Mediziner. Am 12. Jänner organisiert er die nächste Veranstaltung. Im Kometor ist ab 20 Uhr elektronische Musik von Klaus Wörister zu hören, draußen wird Feuerzangenbowle ausgeschenkt.

    Ein Roter führt Bürgerliste an

    Die zweite Bürgerliste „Gemeinsame Zukunft Bruck-Waasen/Peuerbach“ führt Gerhard Wallner als Fraktionsobmann an. Der Betriebsratsvorsitzende eines Chemiebetriebs nennt als Ziel ein zweistelliges Wahlergebnis. „Wir werden ebenfalls einen Bürgermeisterkandidaten stellen, das erwartet die Bevölkerung von uns“, sagt Wallner. Bekanntgegeben wird dieser wahrscheinlich Ende Jänner. Wallner war SPÖ-Gemeinderat. „Ich bin nach wie vor ein Roter, aber mit der Gemeindepolitik war ich nicht mehr einverstanden. Wir haben alle Farben in unseren Reihen, Rot, Schwarz, Blau“, sagt Wallner. Ein Zusammengehen mit der Bürgerliste von Gemeindearzt Gollner war für ihn keine Option „Gollner fischt in einem anderen Wählerteich, vorwiegend im städtischen Bereich, unsere Klientel ist ländlich.“

    Ein Urgestein oder ein Junger

    Wen die SPÖ ins Rennen schickt, ist noch offen. Polit-Urgestein Hans Prodinger (72) verweist auf eine Sitzung nächste Woche. „Wenn sich jemand findet, bin ich sofort bereit, die Kandidatur einem Jüngeren zu überlassen“, betont Prodinger.

    FPÖ-Ortsparteiobmann Johannes Donninger will erst Ende Jänner bekanntgeben, ob die Freiheitlichen einen Kandidaten stellen. Christian Leitner von den Grünen sagt, es sei eher unwahrscheinlich, dass es einen grünen Bürgermeisterkandidaten geben werde.

    Wolfgang Oberlehner, VP-Kandidat

    Gerhard Wallner, der Fraktionsobmann der Bürgerbewegung Gemeinsame Zukunft Bruck-Waasen/Peuerbach sieht wenig Gemeinsamkeiten mit Martin Gollners Bürgerliste

     

     

    Von Michaela Krenn-Aichinger, 10.01.2018, 01:20 Uhr

    Mehr Wels
    Wels Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang