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    Geplantes Hochwasser-Schutzprojekt schlägt hohe Wellen

    WAIZENKIRCHEN. Bürgerinitiative will Rückhaltebecken um 25 Millionen Euro oberhalb des Ortes verhindern.

    Die Pläne für den Hochwasserschutz lassen nicht nur im Eferdinger Becken die Wogen hoch gehen. In Waizenkirchen ist ein Rückhaltebecken um 25 Millionen Euro oberhalb der Marktgemeinde geplant, das die Menschen im Aschachtal vor künftigem Hochwasser schützen soll. Ein weiteres soll am Sandbach um 7, 2 Millionen Euro gebaut werden. Gegen diese Pläne stemmt sich eine Bürgerinitiative.

    „Wir haben viele Waizenkirchner auf unserer Seite und sind längst nicht nur ein paar Bauern, die keinen Grund für dieses Megaprojekt hergeben wollen“, sagt der Waizenkirchner Georg Doppler. Der Bio-Landwirt ist Sprecher der Bürgerinitiative für ein dammfreies Waizenkirchen, die auf ihrer Homepage (www.dammfrei.at), einer Facebook-Seite und kürzlich mit einem Flugblatt heftige Kritik an den Hochwasserschutz-Plänen übt. Als größte Sorgen der Bewohner nennt Doppler Sicherheitsbedenken „wegen dieser unzumutbaren 2,4 Millionen m³ Wasser, die bis zu einer Dammhöhe von 6,5 Metern vor dem Ort aufgestaut werden“. Kritisiert werden von Doppler auch die hohen Kosten für die Steuerzahler und die Belastung des Gemeindebudgets für Generationen wegen der hohen Erhaltungskosten der Schutzbauten. Die Bürgerbewegung fordert einen sofortigen Stopp des Projekts und alternative Planungen.

    Kein Nachteil für Unterlieger

    Das kommt für den Leiter des Gewässerbezirks Grieskirchen, Josef Mader, nicht in Frage. „Die geplante Variante ist auch mit dem Ministerium abgestimmt. Wir planen nichts, wo wir den Unterliegern schaden könnten“, betont er. Er spricht von Gesamtkosten von rund 38,5 Millionen Euro für die beiden Staubecken und Begleitmaßnahmen wie Einzelobjekt- und Siedlungsschutz sowie einer geringen Zahl von Absiedlungen. Die Erhaltungskosten für die Schutzbauten werden mit 6,7 Millionen Euro geschätzt, allerdings auf 80 Jahre gerechnet. Die Kosten-Nutzen-Untersuchung spreche laut Mader ebenfalls für die bevorzugte Variante. Insgesamt können 185 Objekte im Hochwasser-Abflussbereich der Aschach geschützt werden – von Waizenkirchen bis Pupping. Die Berechnungen basieren auf einem 100-jährlichen Hochwasserereignis. Ursprünglich war von mehr als 300 Objekten die Rede. Herausgerechnet wurden aber jene Gebäude, die bereits durch Hochwasserschutzmaßnahmen im Eferdinger Becken abgedeckt sind. Man will sich natürlich nicht unterstellen lassen, dass Objekte doppelt hineingerechnet werden.

    Ein Beschluss dieses Hochwasserprojektes steht noch aus. Mader rechnet mit einer Umsetzung des geplanten Rückhaltebeckens in Waizenkirchen in den nächsten fünf Jahren, für alle Maßnahmen nennt er einen Zeithorizont von zehn Jahren. Betroffen sind in Waizenkirchen rund 100 Hektar, die weiter bewirtschaftet werden können. Für die Dammfläche des Staubeckens werden zehn Hektar benötigt.

    Michaela Krenn-Aichinger, 11.01.2018, 00:04 Uhr

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