• Wels

    Eferdinger Jagdhornbläserinnen geben immer öfter den Ton an

    HARTKIRCHEN. In der männerdominierten Jägerschaft erobern sich die Frauen zusehends ihren Platz: Die Jagdhornbläsergruppe Schaunburg mit 21 aktiven Mitgliedern hat bereits sieben Frauen in ihren Reihen. 

    Es gibt nicht mehr viele Männerdomänen. Frauen zeigen den Herren im Fußball vor, wie man mit Teamgeist und Können bei einer Europameisterschaft erfolgreich ist und die Massen begeistert. Auf dem Vormarsch sind sie auch in einem weiteren angestammten Männerrevier: der Jagd. Die Jagdhornbläsergruppe Schaunburg mit 21 aktiven Mitgliedern hat bereits sieben Frauen in ihren Reihen, sechs davon Jägerinnen, die jüngste in der Gruppe, Simone Lanzersdorfer (17), wird nächstes Jahr zur Jagdprüfung antreten.

    Anfängliche Skepsis

    Dabei war der Beginn für die Frauen alles andere als einfach, da es einige Vorbehalte der Männer gab, erinnert sich Marlene Weidinger, die vor neun Jahren Einlass in den „Männerverein“ begehrte: „Damals haben die Jagdhornbläser sogar abgestimmt, ob sie die Frauen dabei haben wollen oder nicht, schließlich haben sie doch ja gesagt.“ Durch Mundpropaganda ist die Gruppe mittlerweile auf sieben Frauen angewachsen, der hohe Anteil in einer Jagdhornbläsergruppe ist laut den musikalischen Damen einzigartig in Oberösterreich.

    Einstimmig zur Obfrau gekürt

    Die Reaktionen ihres Publikums sind allesamt sehr gut. „Wir bekommen nur positive Rückmeldungen oder wie man es in der Jägersprache ausdrückt, ,ein guter Anblick‘ fürs Jägerherz. Auch unsere Dirndlkleider gefallen allen“, sagt Weidinger. Die 41-jährige Frahamerin ist seit Mai auch die erste Obfrau der Schaunburger Jagdhornbläser. Ihr Vorgänger Robert Aichinger hat Weidinger für die Funktion vorgeschlagen und sie wurde einstimmig gewählt. Gemeinsam mit Hornmeister Martin Aichinger aus Hartkirchen leitet sie nun die Bezirksgruppe, Schriftführerin ist die Hartkirchnerin Anna Roithmayr.

    Die einzige Jagdhornbläsergruppe des Bezirks Eferding ist besonders aktiv und kam im vergangenen Jagdjahr mehr als 60 Mal zu Veranstaltungen, feierlichen Anlässen und Proben in der Landesmusikschule Hartkirchen zusammen. Sie treten unter anderem am Bezirksjägertag oder beim „Jägerfeiertag“ am 1. August auf.

    Dass Frauen immer öfter die Hochsitze erobern, freut Obfrau Weidinger, deren Mutter auch auf die Pirsch geht. Sie selbst schätzt das Alleinsein und die Ruhe im Revier zum Runterkommen und entspannen. „Vergangene Woche hatte ich Urlaub und ich war täglich im Revier unterwegs. Für mich gehört das Hegen und Pflegen des Wildes genauso dazu wie das Schießen “, sagt Weidinger, und berichtet vom Abschuss einen abnormen Bockes, dessen Kopfschmuck wahrscheinlich durch eine frühere Verletzung außergewöhnlich war. Das erlegte Wild wird am Bauernhof der Familie Weidinger auch selbst verkocht und alle Teile verwertet.

    Die nächste Gelegenheit, die Schaunburger Jagdhornbläserinnen und -bläser zu erleben, gibt es am 23. September bei einem Volksmusikabend beim Brandtner-Wirt in Hartkirchen.

    Von Michaela Krenn-Aichinger, 09.08.2017, 00:04 Uhr

    Mehr Wels
    Wels Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang