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    Ärger über Halteverbot vor Wirtshaus

    Ärger über Halteverbot vor Wirtshaus

    WELS. Viele Traditionswirtshäuser gibt es nicht mehr in Wels. Der Laahener-Wirt ist eines davon. Nun führte die Behörde ohne Vorwarnung vor dem Lokal ein Halte- und Parkverbot ein.

    Nach längerem Leerstand hält der Laahener-Wirt wieder offen. Pächter Sascha Karlovits kommt aus einer Wirtsfamilie. Mutter Dagmar unterstützt ihren Junior beim Aufbau des Betriebes.

    Der erfolgreiche Start des Jung-Wirts wird seit drei Wochen durch eine Entscheidung von Magistrat und Polizei gebremst. Unmittelbar vor seinem Lokal verhängte die Behörde auf einer Länge von 80 Metern eine Halte- und Parkverbotszone. "Das Ganze geschah überfallsartig. Wir wurden vorher nicht informiert", sagt Karlovits. Sieben Parkplätze gehen verloren.

    Engstelle für Linienbusse

    Die Begründung für die umstrittene Maßnahme liefert Andreas Weidinger, Verkehrsreferent des Stadtpolizeikommandos, nach: "Die Laahener Straße ist an dieser Stelle nicht breit genug für den Linienbus. Es gab außerdem ständig Beschwerden von Autofahrern. Wir haben das Parkverbot, das de facto schon bisher bestanden hat, durch ein Schild gekennzeichnet."

    Der Jungunternehmer befürchtet nach dem Wegfall der Abstellplätze nicht nur das Ausbleiben von Gästen. "Seitdem das Haltverbot in Kraft ist, fahren viele Autofahrer mit 80 Sachen und mehr am Wirtshaus vorbei." Vorher habe die Engstelle wie eine Tempobremse gewirkt. Vorbeifahrende Kfz-Lenker seien wachsamer gewesen.

    Karlovits kann auf die Unterstützung von Hauseigentümer Erich Bachinger zählen, der das Gasthaus trotz aller Widrigkeiten am Leben erhält. In der Vorwoche begann er seine Ochsentour durch den Magistrat. Sein erster Anruf galt Vizebürgermeister Gerhard Kroiß (FP), der ihn an Verkehrsstadttrat Klaus Hoflehner verweisen mussten, der ihm bei seiner Vorsprache eine humanere Lösung in Aussicht stellte. Auch Wirtschaftsreferent Peter Lehner wurde kontaktiert: "Kommunikation ist auch eine Frage der Wertschätzung. Als Wirtschaftsreferent der Stadt verlange ich, dass Unternehmer über solche Entscheidungen informiert werden", reagiert Lehner auf Anfrage sauer.

    Sein letztes Gespräch in dieser Angelegenheit hatte Bachinger mit Bürgermeister Andreas Rabl (FP) . "Er stand vor einem Termin und war in Eile", hat Bachinger Verständnis. Wie es nun weitergeht, wissen weder Bachinger noch Jung-Wirt Karlovits. Wirtschaftsreferent Lehner habe ihm immerhin versprochen, das Thema bei nächster Gelegenheit auf die Tagesordnung zu setzen, betont Bachinger.

    Der Laahener-Wirt hat eine lange Tradition. Das 200 Jahre alte Gebäude wurde viele Generationen lang als Gasthof betrieben: "Ich hätte auch verkaufen können. Es ist mir jedoch ein Anliegen, dass der Laahener-Wirt erhalten bleibt", sagt Hauseigentümer Erich Bachinger.

    Erik Famler, 11.06.2018, 01:23 Uhr

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