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    Wien und St.Pölten mögen rufen, sie finden kein Gehör

    Wien und St.Pölten mögen rufen, sie finden kein Gehör

    St. Valentins Stadtchefin gilt als reif für die Landesregierung, Haags Bürgermeister wäre in den Bundesrat gewählt. Beide wollen nicht.

    Nach der Landtagswahl ist diese Woche halb Niederösterreich auf Semesterferien. Die St. Valentiner Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr befindet sich derzeit auf Urlaub in Spanien, auch, um von der Rasanz, wie die Dinge in den vergangenen Wochen ihren Lauf nahmen, Abstand zu gewinnen. Suchan-Mayr waren als neuer sozialdemokratischer Bezirkskandidatin im Westwinkel die Herzen und die Kreuzchen bei den Vorzugsstimmen nur so zugeflogen, während die SPÖ in St. Georgen/Reith eine heftige Ohrfeige bekam.

    Die Partei wurde in der Ybbstalgemeinde, in der der amtierende Landtagsabgeordnete Helmut Schagerl Bürgermeister ist, dafür abgestraft, dass sie ihm Suchan-Mayr im Vorjahr bei einer Kampfabstimmung als Listenerste vorgezogen hatte. Die Stadtchefin aus dem Westen des Bundeslandes gilt schon länger als aufsteigender Stern der niederösterreichischen SPÖ. Den roten Rookie, so läuft es über den Gangfunk des Landhauses, würde Landesparteichef Franz Schnabl allzu gerne schon in die nö. Landesregierung holen.

    Aber als Landesrätin müsste Suchan-Mayr als Bürgermeisterin abdanken, beide Funktionen erlaubt die Landesverfassung nicht. Im St. Valentiner Rathaus weiß man, dass die Chefin aber nicht lange über einen Wechsel nach St. Pölten gegrübelt hätte, gegenüber dem Bezirksparteivorstand redete Suchan-Mayr sogleich Tacheles. Bezirksparteivorsitzender Ulrike Königsberger-Ludwig hat sie angekündigt, nicht wegzugehen und Bürgermeisterin zu bleiben, weil ihr an diesem Amt am meisten gelegen sei. Eine gute Nachricht für Königsberger-Ludwig, die sich auf eine Landtagsabgeordnete freuen darf, die mit ihrer Kontaktfreudigkeit und Leutseligkeit die SP bei den einfachen Menschen wieder mehr ins Spiel bringen kann.

    Hemdärmeligkeit und nicht zuletzt seine Jugend haben dem Bürgermeister von Stadt Haag Lukas Michlmayr zu mehr Vorzugsstimmen bei der Landtagswahl verholfen als der St. Valentiner Stadtrat und Bundesrat Andreas Pum auf sich vereinigen konnte.

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    Andreas Pum könnte Bundesrat bleiben... 

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    ... weil Haags Bürgermeister Lukas Michlmayr nicht will.

    Michaela Hinterholzer (7633 Vorzugsstimmen) und Anton Kasser (5221 Vorzugsstimmen) haben ihre beiden VP-Direktmandate eindrucksvoll behauptet, dahinter 2944-mal Namensnennungen für Michlmayr (806 mehr als Pum) sind aber ein Rufzeichen, dass ihm das Bundesratsmandat zustünde. Michlmayr urlaubt gerade beim Skifahren. Seinem Freundeskreis hat er aber schon vor der Abfahrt anvertraut, dass er nicht im Traum daran denke, nach Wien in die Länderkammer zu gehen.

    Mit VP-Bezirksparteiobmann Andreas Hanger dürfte er noch nicht geredet haben, dieser hält ihn noch "für eine Option" der Landespartei, die die noch beschließen müsse, wen sie in den Bundesrat schickt: "Ich hoffe, dass wir das Mandat im Bezirk behalten können", sagte Hanger zu den OÖNachrichten ganz allgemein.

    "Der Lukas braucht ja nur zu warten", sagt einer aus dem Vertrautenkreis des 30-Jährigen. Von Michaela Hinterholzer, die nächstes Jahr 60. Geburtstag feiert, geht jetzt schon so viel Gelassenheit aus, zumal sie in ihre letzte Landtagsperiode gehe und danach aufhöre, wenn es am schönsten sei. Bei der nächsten Landtagswahl dann 35 Jahre jung will Michlmayr nicht als Bundesrat alt aussehen.

    Drei Landtagsmandate und ein Bundesrat

    • Der Bezirk Amstetten hat drei Direktmandate, von denen bei den vergangenen Landtagswahlen immer zwei an die VP und eines an die SP gingen. Die VP hat eine parteiinterne Regelung getroffen, dass einzig die Anzahl der Vorzugsstimmen, die ein Bewerber und eine Bewerberin erhalten, entscheiden, wer in den Landtag kommt. Bei der SP gilt die von der Partei erstellte Listenreihung. Die Bundesratssitze vergibt bei der VP der jeweilige Landesvorstand der Partei.
    • Die Landtagswahl am 28. Jänner hatte zwei Siegerinnen. VP-Landtagsabgeordete Michaela Hinterholzer brach mit 7633 Vorzugsstimmen alle Rekorde. St. Valentins SP-Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr räumte mit 1968 Vorzugsstimmen im Westwinkel ab

     

     

    Hannes Fehringer, 09.02.2018, 00:04 Uhr

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