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    Benefiz-Marmelade aus Steyr will Umwelt-Preis gewinnen

    Benefiz-Marmelade aus Steyr will Umwelt-Preis gewinnen

    STEYR. 1000 Menschen, die krankheitshalber erblindet sind, wieder das Augenlicht zurückgeben: Das hat sich der Steyrer Unternehmer Rudolf Leibetseder zur Aufgabe gemacht – und kocht aus diesem Grund Marmeladen ein, die er für den guten Zweck verkauft. Seit dreieinhalb Jahren ist sein Projekt mit dem Namen "Fruchtgenuss durch Überfluss" bereits im Laufen. Nun ist er damit für den "Reduce Food Waste"-Award nominiert.

    Einen solchen internationalen Preis zu erhalten, wäre die beste Werbung für sein Projekt, ist sich Leibetseder sicher. Damit werde er auch sein großes Ziel, das Projekt in etwas mehr als einem Jahr abzuschließen, erreichen können. Da nämlich – am 6. August 2019 – wird der umtriebige Steyrer 70 Jahre alt.

    Zur Teilnahme am "Reduce Food Waste"-Award wurde Leibetseder eingeladen, weil es sich bei dem Obst, das er verarbeitet, um Lebensmittel handelt, die ansonsten im (Bio-)Müll gelandet wären. "So hat es ja eigentlich angefangen", erklärt er. Weil die Salatspenden für seine sechs Hühner immer intensiver ausgefallen und zunehmend um allerhand Früchte erweitert worden waren, habe er begonnen, Obst zu Marmelade zu verarbeiten. Das neue Hobby mit einem Hilfsprojekt zu verbinden, sei dann nur noch ein nächster logischer Schritt gewesen.

    Erlös für "Licht für die Welt"

    Nicht weniger als 20 verschiedene Marmeladensorten füllt Leibetseder mittlerweile in Gläser ab. Der Bestseller ist seine Holler-Apfel/Zwetschke-Marmelade. "Dafür habe ich voriges Jahr 20 Kilo Holler in den Wäldern rund um Steyr gepflückt." Auch Erdbeer-Himbeer werde besonders gern und oft gekauft.

    Den Reinerlös aus dem Verkauf seiner Marmeladen gibt Leibetseder, den man auch als Schauspieler aus der Film-Satire "Das Fest des Huhns" kennt, an die Aktion "Licht für die Welt" weiter. "Damit wird weltweit geholfen, vor allem aber in Äthiopien." Um die rund 20.000 Euro, die er bislang gespendet hat, habe er wohl bereits 25.000 Gläser Marmelade hergestellt. "Ich habe ja auch sehr viel davon verschenkt, auch an Flüchtlinge", erklärt er.

    Die Marmeladen-Produktion betreibt Leibetseder als Ein-Mann-Initiative. In der Praxis ergibt das einen Acht-Stunden-Arbeitstag. Beim Etikettieren und im Verkauf unterstützt ihn seine Gattin Regina. Selbst ist Leibetseder übrigens kein intensiver Marmeladen-Freund. "Ich koste natürlich immer wieder beim Marmelademachen. Ansonsten halte ich mich aber zurück. Für mein Gewicht bin ich sowieso schon um einen Meter zu klein ..."

    Wer den "Reduce Food Waste"-Award erhält, entscheidet ein Voting, das noch bis 24. Juni läuft. Die Steyrer Initiative liegt derzeit auf dem zweiten Platz. Auf die Spitze fehlen ihm nur wenige Stimmen. Mitvoten kann man via www.reducefoodwasteawards.eu

    Alles über Rudolf Leibetseders Marmeladen und sein Anliegen erfährt man im Internet auf www.leibis-marmeladen.com

    Kurt Daucher, 14.06.2018, 00:04 Uhr

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