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    Wohnbauprojekt der Diözese Linz bedroht den einzigen Spielplatz in Gmundner Stadtteil

    GMUNDEN. Eine  Wohnbaugesellschaft im Einflussbereich der katholischen Kirche will bis zu 80 leistbare Mietwohnungen im Cumberland errichten. Dass damit der einzige Spielplatz verschwinden würde, ärgert auch VP-Bürgermeister Stefan Krapf.

    Seit vier Jahrzehnten stellt die Diözese Linz im Gmundner Stadtteil Cumberland ein Grundstück gratis zur Verfügung, auf dem die Stadtgemeinde einen Kinderspielplatz betreibt. Es ist der einzige Spielpatz dort. Das Cumberland hat 656 Einwohner, das Einzugsgebiet der Anlage ist aber noch viel größer.

    Doch jetzt will die ELAG Immobilien AG, die mehrheitlich der Diözese gehört, Wohnanlagen auf dem Areal errichten. Heute Vormittag legt die ELAG dem Gmundner Architekturbeirat vier Varianten vor, die zwischen zwei und fünf Gebäude mit maximal sieben Geschoßen vorsehen. Welche Variante verwirklicht wird, liegt auch in der Hand des Gremiums.

    „Wir treten an, um sozialen Wohnbau zu ermöglichen“, sagt Karin Preining, Geschäftsführerin der Diözesanen Immobilien-Stiftung. Entstehen sollen 70 bis 80 leistbare Mietwohnungen, keine Eigentumswohnungen, keine Luxus-Appartements. Eigentlich genau das, wonach in Gmunden seit Jahren alle rufen.

    Doch dass dafür der einzige Spielplatz im Cumberland geopfert wird, ärgert dort die Menschen. Hunderte haben bereits eine Petition unterzeichnet, in der die Diözesanverantwortlichen gebeten werden, das Vorhaben zu überdenken. Wir wollen uns nicht blindwütig querlegen“, sagt Initiator Ludwig Wimberger. „Wir appellieren nur, gemeinsam eine bessere Lösung zu finden.“

    VP-Bürgermeister Stefan Krapf teilt die Einwände. „Ich verstehe die Sorgen der Menschen im Cumberland zu 100 Prozent“, sagt er. „Wir können und wollen das Vorhaben nicht verhindern. Vonseiten der Stadtgemeinde tun wir aber alles dafür, um wieder einen Spielplatz zu schaffen.“ Wo, kann er freilich auch noch nicht sagen.

    Die neuen Wohnanlagen würden einen eigenen Spielplatz bekommen, kündigt die ELAG an. Ob sich die künftigen Mieter diese Grünfläche mit der Gesamtbevölkerung teilen wollen, ist aber fraglich. „Wir sind für Gespräche immer offen“, sagt Karin Preining von der kirchlichen Immobilienstiftung. „Wenn wir irgendetwas zu einer gemeinsamen Lösung beitragen können, tun wir das gerne.“

    Edmund Brandner, 17.05.2018, 07:35 Uhr

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