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    St. Gilgener filmte sich für Facebook-Freundin nackt – doch die erpresste ihn damit

    ST. GILGEN. Allzu vertrauensvoll ging ein junger St. Gilgener mit einer neuen Facebook-Freundin um. Sie überredete ihn, sich für sie nackt zu filmen - und entpuppte sich danach als Erpresserin.

    Die Internetplattform Facebook wird nicht nur dazu verwendet, Hass und Unwahrheiten zu streuen. Auch Verbrechen werden mithilfe des sozialen Mediums verübt.

    In St. Gilgen wurde am Sonntag ein junger Mann das Opfer einer so genannten Sextortion – das heißt, einer Erpressung mithilfe von Filmmaterial, das Menschen nackt oder beim Sex zeigt.

    Täterin kaum zu ermitteln

    Der St. Gilgener nahm auf Facebook die Freundschaftsanfrage einer attraktiven unbekannten Frau (die natürlich auch ein Mann gewesen sein könnte) an und tauschte den ganzen Tag über Nachrichten mit ihr aus. Dabei entstand nicht nur Vertrauen, sondern bald auch intime Nähe. Am Ende überredete die Frau den jungen Mann, sich für sie nackt zu filmen und ihr die Aufnahmen zu schicken.

    Kaum getan, zeigte die Unbekannte ihre wahren Absichten: Sie drohte, die Filme im Internet zu veröffentlichen, wenn er ihr nicht eine hohe vierstellige Geldsumme überweisen würde.

    Jetzt reagierte der Übertölpelte aber richtig und erstattete sofort Anzeige bei der Polizei. Ob diese die Täterin ausforschen kann, ist jedoch fraglich. Über die Kontonummer lasse sich die Erpresserin nicht eruieren, heißt es vonseiten der Salzburger Landespolizeidirektion.

    Umso wichtiger sei es, sich vor solchen Betrugsversuchen von vornherein zu schützen. „Um gar nicht in so eine Situation zu kommen, ist eine gesunde Portion an Misstrauen nicht verkehrt“, sagt Irene Stauffer, Sprecherin der Landespolizeidirektion in Salzburg. „Betrüger oder Betrügerinnen geben sich in Fake-Accounts meist als junge, attraktive Personen aus. Außer gut in Szene gesetzten Fotos finden sich kaum persönliche Informationen im Profil.“ Häufig seien die Täter auch Mitglied in einschlägigen Gruppen rund um die Themen Flirten, Dating, Erotik oder Partnersuche.

    „Seien Sie grundsätzlich skeptisch, wenn wildfremde Personen Sie in sozialen Netzwerken anschreiben oder mit Ihnen zu flirten beginnen“, rät Stauffer. „Spätestens, wenn sich Ihr Gegenüber vor der Webcam entkleidet oder Sie zu sexuellen Handlungen auffordert, sollten die Alarmglocken schrillen und der Chat beendet werden.“ (ebra)

    15.05.2018, 16:20 Uhr

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