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    Kaffeehaus-Betreiber und Stadt liegen sich wegen Schanigarten in den Haaren

    Kaffeehaus-Betreiber und Stadt wegen Schanigarten über Kreuz

    VÖCKLABRUCK. Bürgermeister Brunsteiner: Gastgarten darf den Wochenmarkt nicht beeinträchtigen.

    Seit 1. April hat das traditionsreiche Café Anders in der Hinterstadt zugesperrt. Die Betreiber, Günter und Margit Schamberger, fühlen sich von der Stadt ungerecht behandelt: Sie wollten ihren Schanigarten auf dem Stadtplatz über die Breite des ehemaligen Libro-Geschäfts errichten. Die Stadt habe dies wegen des Platzbedarfs für den Wochenmarkt aber abgelehnt.

    2009 übernahm das Ehepaar Schamberger das Café Anders, das seit 1932 im Haus aus dem 16. Jahrhundert untergebracht ist. 2013 kauften sie das leerstehende Libro-Geschäft, um darin ihren Kaffehausbetrieb zu erweitern. Bei einem Vorgespräch im Rathaus habe Bürgermeister Herbert Brunsteiner zugesagt, dass auf der gesamten Fläche vor dem Haus ein Gastgarten errichtet werden könne.

    "Nach dem Kauf war das plötzlich nicht mehr machbar wegen des Wochenmarktes", schildert Günter Schamberger im Gespräch mit den OÖNachrichten. "Jeder Gastronom hat den Gastgarten mit der Hausbreite." Nur bei seinem Lokal sei das nicht möglich. "Da wird mit zweierlei Maß gemessen." Den Vorschlag der Stadt, den Schanigarten während des Wochenmarktes zu reduzieren, habe er wegen des zu großen Aufwandes ablehnen müssen.

    Das Ehepaar, das in den Kauf des Stadtplatzlokals 500.000 Euro investiert hatte, stoppte die Sanierung des Gebäudes und sperrte das Café zu. Bereits vier Tage später hatte ein Mitbewerber einen Gastgarten vor Schambergers Haus aufgestellt. "Wenn wir vorne umgebaut haben, kriegen wir wieder den Gastgarten", berichtet der zermürbte Café-Betreiber.

    Das Stammlokal in der Hinterstadt wollte er eigentlich vermieten, wofür er auch drei Interessenten gehabt hätte. "Aber ohne Gastgarten kann es sich keiner vorstellen."

    Durch die Gastgärten dürfe der Wochenmarkt nicht beeinträchtigt werden, betont Bürgermeister Brunsteiner. Die Familie Schamberger wollte, so Peter Stieb vom Stadtamt, den Schanigarten von 56 auf 150 Quadratmeter vergrößern. "Der Wochenmarkt ist das kostbarste Gut als Frequenzbringer", sagt Stieb. Außerdem habe niemand einen Rechtsanspruch auf einen Schanigarten.

    Bis Herr Schamberger das Lokal vermiete, werde der Platz vor dem Haus als Schanigarten verpachtet – befristet auf eine Saison, so der Bürgermeister. Es sei im Interesse aller, wenn das leerstehende Objekt saniert und vermietet werde, betont Brunsteiner.

    Gerhard Hüttner, 17.05.2017, 00:04 Uhr

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