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    Hohe Auszeichnung der Stadtgemeinde Bad Ischl für den Cent Markt

    BAD ISCHL. Der Cent Markt in Bad Ischl reicht seit acht Jahren aussortierte Lebensmittel billigst an finanziell Schwache weiter. Jetzt wurde die private Initiative, die von Ilse Janisch ins Leben gerufen wurde, dafür von der Stadtgemeinde ausgezeichnet.

    Laut Angaben der EU werden in Europa pro Einwohner und Jahr 173 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Mehr als die Hälfte davon schmeißen die Konsumenten selbst in den Mülleimer. Rund fünf Prozent sortiert der Handel aus, weil das angegebene Ablaufdatum erreicht wird oder die Verpackung beschädigt ist.

    Zumindest was den Handel betrifft, geht man in Bad Ischl seit 2009 einen besseren Weg. Mehr als fünf Tonnen aussortierte, aber einwandfreie Lebensmittel reicht der Handel jedes Jahr an den Cent Markt im Stadtteil Gries weiter, wo sie zu günstigen Preisen an finanziell benachteiligte Menschen verkauft werden. Bezugsberechtigt sind nur Personen, die von der Stadtgemeinde eine Cent-Markt-Karte erhielten, das heißt: finanziell nachweislich schlecht gestellt sind. 2009 waren das 50 Personen. Heute sind es knapp 400.

    Die Idee zu dem Projekt hatte vor acht Jahren Ilse Janisch. Diese ist inzwischen leider verstorben, doch ein rund 50-köpfiges ehrenamtliches Team führt ihr Projekt fort. Ohne jede öffentliche Förderung leistet der Cent Markt damit einen wesentlichen Beitrag, um benachteiligten Menschen in Bad Ischl zu täglichen Konsumgütern zu verhelfen.

    Für diese Leistung wurde der Verein jetzt mit dem „Ehrenpreis für soziales Engagement“ der Stadtgemeinde Bad Ischl ausgezeichnet. Der Preis wurde von Sozialstadträtin Ines Schiller angeregt und heuer erstmals verliehen. „Unser Ziel muss es sein, dass niemand so eine Einrichtung braucht“, sagte SP-Bürgermeister Hannes Heide in der Feierstunde. „Solange es aber Menschen gibt, die sich schwer tun, ist der Cent Markt ein unverzichtbares Angebot.“

    Ilse Janischs hinterbliebener Ehemann Peter Janisch, freute sich über die Auszeichnung besonders. „Bevor meine Frau starb, war einer der letzten Wünsche, dass der Cent Markt weiter besteht“, sagt der Ex-Verleger. „Sie wollte nicht wahrhaben, dass Lebensmittel weggeworfen werden, wenn es gleichzeitig arme Leute gibt.“

    Edmund Brandner, 09.01.2018, 04:43 Uhr

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