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    Forst lässt Ebensee auf Schwemmholz sitzen

    EBENSEE, GMUNDEN. Während sich die Gemeinde Ebensee jedes Jahr über Schwemmholz ärgert, haben die Bundesforste ihre Probleme mit Bootsfahrern. Diese nehmen Buchten des Ostufers in Beschlag und hinterlassen nicht nur Griller und Strandmöbel, sondern auch Müll.

    Am schwer zugänglichen Ostufer des Traunsees gibt es einsame kleine Buchten wie die Eisenau, den Hundsgraben oder die Liebesinsel. Sie sind praktisch nur vom Wasser aus erreichbar und ein Geheimtipp unter Segel- und Motorbootfahrern, die dort nicht nur gerne anlegen, sondern auch übernachten.

    Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) als Grundstückseigentümer tolerieren die Ausflügler, sehen aber ein zunehmendes Problem: „In den vergangenen Jahren wurden die teils unter Naturschutz stehenden Kleinode von einigen Personen unrechtmäßig in Beschlag genommen“, klagt ÖBf-Sprecherin Andrea Kaltenegger. Neben dauerhaft errichteten Grillvorrichtungen, Tischen, Bänken oder Badeanlagen belasten die Camper das Ufergebiet auch mit zurückgelassenem Müll. Kaltenegger appelliert an die Freizeitkapitäne, die Geräte zu entfernen. Die ÖBf selbst werden im September mit Tauchern eine Reinigungsaktion durchführen.

    Doch das ist nicht der einzige Müllkonflikt am Ufer. In Ebensee stehen die ÖBf selbst unter Kritik. Auslöser ist Schwemmholz, dass nach Starkregen in großen Mengen Ebenseer Buchten verstopft. Weil niemand sonst sich dafür verantwortlich fühlt, bleibt die Entsorgung (und deren Kosten) bei der Marktgemeinde hängen. Zum Ärger von SP-Bürgermeister Markus Siller. „Das Holz stammt aus ÖBf-Wäldern und auch der See gehört den ÖBf“, sagt er. „Es wäre schön, wenn die Bundesforste sich an der Müllbeseitigung beteiligen würden.“

    Doch der Staatsbetrieb winkt ab und beruft sich auf eine bizarre aber klare Rechtslage. „Uns gehört der Seegrund, aber das Wasser darüber ist öffentliches Gut“, sagt ÖBf-Sprecherin Andrea Kaltenegger. Ein juristisches Gutachten, das im Auftrag der Bezirksbehörde gemacht wurde, gibt den Bundesforsten recht. Das Problem bleibt bei den Ebenseern.

    Von Edmund Brandner, 16.05.2018, 01:20 Uhr

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