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    Antrittsbesuch von Landeshauptmann Thomas Stelzer im Salzkammergut

    Antrittsbesuch von Landeshauptmann Thomas Stelzer im Salzkammergut

    LAAKIRCHEN. Ein 20 Zentimeter größeres Landesoberhaupt präsentierte sich am Montag in Steyrermühl.

    Der frischgebackene Landeshauptmann Thomas Stelzer absolviert in diesen Tagen seine Vorstellungstournee durch Oberösterreich. Sein Auftritt vor Funktionären und Wählern aus den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck fand Montag im Kulturzentrum ALFA Steyrermühl statt. "Aus verkehrstechnischen Gründen", wie ÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer sagt. "Laakirchen ist von beiden Bezirken aus gut erreichbar."

    Fotos für die Bürgermeister

    Stelzers Auftritt war effizient durchorganisiert. Zuerst gab es Fototermine für jeden einzelnen Bürgermeister – eine Visagistin stand bereit. Danach badete das neue Landesoberhaupt in der Menge, schüttelte Hände und versicherte, dass sein Vorname immer noch Thomas laute, wenn altgediente Funktionäre fragten, ob sie ihn weiterhin duzen dürften.

    Höhepunkt war ein "60-Minuten-Talk" auf der Bühne mit LT1-Moderatorin Viktoria Raz. "Ein ganz neues Format im Stil von Anne Will", schwärmte Hattmannsdorfer zuvor in einer Pressekonferenz über diese Art der Politikerpräsentation. Wobei Raz das Gespräch eher im Stil von Markus Lanz führte. Anstelle kritischer Nachfragen lieferte sie dem Landeshauptmann die Stichworte, die er brauchte, um seine Ideen und Überlegungen zu präsentieren. Und natürlich seine Person. (So wissen wir nun, dass der Landeshauptmann jeden Morgen Spiegeleier für seine Familie zubereitet.)

    Es zeigte sich, dass Stelzer weder die Absicht noch die Gabe hat, als Volkstribun die Säle zu rocken. Nach Josef Pühringers gewippten Stakkato-Reden dürfen sich die Oberösterreicher auf prosaischere, leisere Töne einstellen. Zweimal brandete dennoch spontaner Applaus auf: Als Stelzer sich zum Kruzifix im Klassenzimmer bekannte und als er dem Leistungsgedanken das Wort redete.

    Geschmunzelt wurde dagegen öfter. Auf die Frage, ob er sich als "Landesvater" betrachte, antwortete Stelzer: "Das müssen Sie die Töchter und Söhne" fragen. Und beinahe keck erklärte er den Unterschied zwischen sich und seinem Vorgänger: "Ich sehe die Welt von 20 Zentimeter weiter oben."

    Edmund Brandner, 18.05.2017, 00:04 Uhr

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