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    Der konzertierte Krankenstand von zwölf Mitarbeitern traf ein Mühlviertler Unternehmen hart.

    Zwölf Mitarbeiter nahmen gleichzeitig Krankenstand

    MÜHLVIERTEL. Rebellion gegen Überstunden bei Mühlviertler Hightech-Betrieb – Scharfe Kritik der Wirtschaftskammer

    Einen heftigen Fall von Sozialmissbrauch gab es bei einer Hightech-Firma im Mühlviertel (Wie später bekannt wurde, handelt es sich dabei um das Unternehmen Technosert in Wartberg ob der Aist – mehr dazu hier). Zwölf Mitarbeiter sollen gleichzeitig Krankenstände vorgetäuscht haben, um gegen angeordnete Überstunden zu protestieren. Die Sonderschichten seien nötig geworden, weil die Auftragslage erfreulich gut gewesen sei, teilte gestern, Montag, die Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ) mit.

    Welches Unternehmen betroffen war, wurde nicht bekannt gegeben. Dem Vernehmen nach dürfte es sich um die Elektronikfirma technosert bzw. die technosert-Gruppe handeln, auch wenn das Geschäftsführer Johannes Gschwandtner auf OÖN-Anfrage nicht bestätigte.

    Laut WKOÖ musste die betroffene Firmenleitung jedenfalls alle Register ziehen, um Schaden vom Unternehmen und allen loyalen Arbeitnehmern abzuwenden. Obwohl Letztere zusätzliche Mehrstunden leisteten und einige neue Mitarbeiter kurzfristig eingestellt wurden, waren Lieferengpässe unvermeidbar. Der Gesamtschaden habe rund 250.000 Euro betragen.

    Das Unternehmen, das mehr als 100 Leute beschäftigt, kündigte zehn der zwölf Mitarbeiter. Zwei kamen dem zuvor und lösten von sich aus das Dienstverhältnis.

    Diese Aktion sei an Dreistigkeit und Illoyalität kaum mehr zu überbieten, sagt Erhard Prugger, Abteilungsleiter Sozial- und Rechtspolitik der WKOÖ: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Generell würden Krankenstände oft als Druckmittel eingesetzt, um persönliche Ziele durchzusetzen, betont die Kammer: Angesichts dessen dürfe die Kündigungsmöglichkeit im Krankenstand nicht wegfallen. 

    (az), 12.02.2018, 11:44 Uhr

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