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    Schwitzen in überfüllter Mühlkreisbahn, weil ÖBB alte Garnituren einsetzen

    LINZ. ÖBB setzen am Nachmittag weniger moderne und nicht klimatisierte Triebwagen ein.

    Es ist ein Jammer, und die Leidtragenden sind die Fahrgäste. Obwohl die Bundesbahnen moderne Triebwagen mit Klimaanlage (Desiro 5022) besitzt, fahren auf der Mühlkreisbahn häufig die alten, nicht klimatisierten Garnituren 5047. In heiß-schwülen Wochen wie diesen ist das für die Fahrgäste besonders unangenehm.

    In den Morgenstunden waren diese Woche zum Beispiel drei moderne Garnituren im Einsatz. Am späten Nachmittag und abends fährt derzeit nur ein Desiro-Zug. Nachmittags und abends, wenn die Pendler heimfahren, setzen die ÖBB dann vor allem die alten 5047-Triebwagen ein. Die 5047er haben nur 62 Sitzplätze, die Desiro-Züge hingegen 117. Zudem ist in den alten Garnituren kein Platz für Fahrräder, Kinderwägen und Rollstühle. Häufig sind am frühen Abend die Mühlkreisbahn-Züge überfüllt. In den nicht klimatisierten alten Garnituren ist das bei Hitze-Wetter doppelt unangenehm.

    Beobachter schlussfolgern, dass diese Probleme kein Zufall seien, sondern Absicht, um die Mühlkreisbahn als schlechtes Verkehrsmittel erscheinen zu lassen und so Argumente für eine Einstellung der Bahnverbindung ins Obere Mühlviertel zu liefern.

    "Es ist keineswegs so, dass die Mühlkreisbahn ausgehungert wird", erklärt ÖBB-Sprecher Karl Leitner den OÖNachrichten auf Anfrage. Dass am Nachmittag ein moderner Triebwagen weniger im Einsatz ist, entspreche der ÖBB-Planung.

    "Damit nach der Frühspitze Wartungs- und Inspektionsarbeiten durchgeführt werden können", erläutert der ÖBB-Sprecher weiters. Zuletzt hätten aber gleichzeitig zwei Triebwagen wegen "plötzlich aufgetretener Defekte nicht eingesetzt werden können". Zudem war bei einem Fahrzeug eine Routine-Sicherheitsüberprüfung fällig.

     

    Neue Donaubrücke soll helfen

    "Aktueller Stand ist, dass ab Samstag wieder drei Fahrzeuge zur Verfügung stehen und die Fehlerbehebung bei zwei Fahrzeugen voraussichtlich erst Ende nächster Woche abgeschlossen werden kann", so der ÖBB-Sprecher. Verkehrslandesrat Günter Steinkellner, von den OÖNachrichten ebenfalls befragt, führt das Mühlkreisbahn-Dilemma auf das derzeitige Fehlen einer Eisenbahnbrücke in Linz zurück: "Durch den politischen Plan, die Mühlkreisbahn künftig über die neue Donaubrücke an den Linzer Hauptbahnhof anzubinden, würden Synergieeffekte wie effizientere Reparaturen und ein besseres Kundenangebot erzielt."

    Erhard Gstöttner, 08.06.2018, 03:26 Uhr

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