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    Alom begleitet Jugendliche auf ihrem steinigen Weg in das Berufsleben

    In der Produktionsschule "reifen" die Jugendlichen für den ganz normalen Arbeitsmarkt

    Rohrbach. Wenn der schulische Erfolg ausbleibt und Nachholbedarf in den sozialen und persönlichen Kompetenzen besteht, sind Jugendliche in der Produktionsschule Rohrbach gut aufgehoben. Das Angebot wird vom Verein Alom getragen. „Wir schärfen hier jene Kompetenzen nach, die nötig sind, bevor man eine Lehrausbildung beginnt“, erklärt Erna Höllinger von Alom. Seit gut einem Jahr gibt es dieses Angebot zur „Nachreife“ für Jugendliche. „Ein Jahr können die Jugendlichen bei uns bleiben. In dieser Zeit legen viele eine gute Entwicklung hin“, sagt Höllinger. Derzeit sind sechs von zwölf Plätzen vergeben. Neben theoretischem Unterricht, in dem schulische Defizite behoben werden, gibt es auch praktische Arbeit. Die Jugendlichen lernen pünktlich zu sein und Aufgaben zu übernehmen.

    Mit Begeisterung dabei

    Gearbeitet wird in den Alom-Werkstätten oder im Jugendgästehaus in Ulrichsberg. Dort fühlt sich auch die 16-jährige Janina wohl. Sie dreht gerade Semmelknödel als Erna Höllinger zu Besuch kommt. Küchenchefin Maria Schlägel ist voll des Lobes für Janina: „Jeder Handgriff hilft und ich bin froh, um die Hilfe von Janina“, sagt sie. Und auch Janina gefällt es, hier zu kochen: „Daheim habe ich nicht so gern gekocht, aber jetzt taugt’s mir. Ich treffe mich am Nachmittag noch mit einer Freundin zum Kochen“, erzählt die Mühlviertlerin. Hinter dem Jugendgästehaus haben die Produktionsschüler Hochbeete errichtet. „Eines davon dürfen sie alleine betreuen“, erzählt Maria Schlägel.

    Berufswunsch Tischler

    Auch in der Holz-Werkstätte in Aigen wird fleißig gewerkelt. Mahmud, ein 16-jähriger Syrer streicht Latten für Bänke mit einer Lasur. „Das macht er recht geschickt“, lobt ihn Christian Leithner, Fachanleiter in der Böhmerwald-Werkstätte von Alom. Mahmud ist seit eineinhalb Jahren in Österreich und darf auch hier bleiben. Nach seinem Berufswunsch gefragt, sagt er: „Jetzt könnte ich mir vorstellen Tischler zu werden. Später vielleicht einmal Polizist.“ Eine Tischlerlehre könnte sich Christian Leithner durchaus vorstellen: „Er hat eine Hand dazu. Bei ihm braucht man nicht nachkontrollieren“, sagt er.

    Die „Produktionsschule Next Level“ wendet sich an Jugendliche bis zum vollendeten 21. Lebensjahr bzw. bis zum 24. Geburtstag, die eine Berufsausbildung absolvieren wollen. Es geht um Jugendliche, die sowohl im Bereich sozialer Kompetenzen als auch beim Lesen, Schreiben oder Rechnen einen Entwicklungsbedarf aufweisen. Die Aufnahme erfolgt über das Jugend-Coaching.

    Tag der offenen Tür in der Produktionsschule Rohrbach am Freitag, 19. Mai, von 10 bis 15 Uhr, auf dem Stadtplatz 11, in Rohrbach (Nösslböckhof)

    Von Thomas Fellhofer, 18.05.2017, 00:04 Uhr

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