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    Trockenheit legte Weg zu unterirdischem Gang frei

    ALTENBERG. Die anhaltende Trockenheit hat in Altenberg bei Linz zu einer besonderen Entdeckung geführt.

    Denn in der Wiese beim Bauernhof Unterweitrag zeichnete sich durch die Dürre ein längerer, ausgedorrter Streifen ab. Der Neugier der Kinder des Besitzers und der Erinnerung an einen alten Fluchtgang nahe dem Hof ist es zu verdanken, dass sie an der ausgetrockneten Stelle zu graben begannen und dabei einen Hohlraum entdeckten, an den sich ein gemauerter, unterirdischer Gang anschloss.

    Spezialisten der Linzer Höhlenforscher wurden zu Rate gezogen. Sie stellten fest, dass es sich hier um einen 26 Meter langen Wassergang handelt. Anfangs bei einer Höhe von einem halben Meter nur kriechend zu passieren, wird er schließlich gebückt begehbar.

    Am bergseitigen Gang-Ende ist eine Rinne ausgebildet, es steht auch heute noch Wasser am Gangboden. Die Decke des Wasserstollens bilden mächtige Steinplatten. Dies weist nach Ansicht der Experten darauf hin, dass die Anlage ursprünglich als Künette gegraben, dann ausgemauert und schließlich mit den Steinplatten abgedeckt worden war. Er dürfte vor 200 bis 300 Jahren errichtet worden sein und einst der Wasserversorgung des Hofes gedient haben.

    Die Fortsetzung des Ganges ist eingestürzt. Offenbar wurde in den 1960er Jahren die hügelige Wiese mit einem Bagger eingeebnet, wodurch auch der Verbindungsgang zum Bauernhof zerstört wurde.

    So interessant die Entdeckung des alten, unterirdischen Ganges auch ist, eine Zukunft wird er deshalb nicht haben. Der Gang kann nicht erhalten werden, weil der Einstieg mitten in einer Wiese liegt, so die Experten.

    11.06.2018, 00:04 Uhr

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