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    "Niemand arbeitet so hart wie er"

    "Niemand arbeitet so hart wie er"

    LINZ. Eishockey: Lobeshymnen auf den neuen Black-Wings-Trainer Troy Ward.

    Troy Ward ist zwar erst ein paar Tage in Linz, aber er fühlt sich schon pudelwohl. Als der neue Eishockeycoach der Black Wings die rund 700 Fans beim Saisoneröffnungsevent "Ramba Zamba" vor dem Ars Electronica Center auf Deutsch mit den Worten "Guten Tag" begrüßte, erntete der US-Amerikaner Standing Ovations.

    Seine Bereitschaft, sich die Landessprache anzueignen, steigert die Vorfreude. Vorgänger Rob Daum hatte zwar auch einen Deutschkurs belegt, in sechs Jahren aber diesbezüglich kaum Fortschritte erzielt. "Das ist etwas, das mir im Nachhinein leidtut", hatte der Kanadier bei seiner Abschiedsrede gestanden.

    Dem 55-jährigen Ward, der mit seiner Lebensgefährtin Marilyn in Oberösterreich gelandet ist, fliegen schon jetzt die Herzen zu, obwohl die Meisterschaft für den EHC erst am 8. September mit dem Match in Znojmo beginnen wird. Vorschusslorbeeren erntet der Neue bereits zur Genüge. Auch Assistent Mark Szücs ist Feuer und Flamme: "Niemand arbeitet so hart wie er. Er steht um 5 Uhr früh auf, dann dreht sich alles um Eishockey." Auch Daum war sehr fleißig, hatte aber am Ende seiner Ära nicht mehr den richtigen Draht zur Mannschaft.

    Ward, der sich nicht in den Mittelpunkt drängt, gibt jedem eine Chance. Deshalb hat er sich beim Videostudium in der Heimat auch zurückgehalten: "Ich möchte die Spieler danach bewerten, was ich selber auf dem Eis sehe. Wir starten bei null." Und mit vier Neuzugängen.

    Leadertyp Jake Dowell ist mit Gattin, Tochter, Sohn und Hund aus Madison (Wisconsin, USA) angereist. EBEL-Topscorer Corey Locke übersiedelte vom Villacher SV in die Stahlstadt. Dreier-Goalie Paul Mocher kam von Red Bull Salzburg, detto Nationalspieler Andreas Kristler, dessen Debüt nach einem Kreuzbandriss noch bis November auf sich warten lässt. Bei den Anhängern hat er schon einen Stein im Brett.

    "Wir sind eine große Familie"

    "Die Partien gegen Linz waren immer beinhart. Wenn wir in Salzburg gespielt haben, ist es mir vorgekommen wie bei einem Auswärtsmatch", sagte Kristler. Kein Wunder: Oft begleiten an die 1000 Schlachtenbummler ihre "Eis-Helden" in die Mozartstadt.

    "Wir sind eine große Familie", lächelte Black-Wings-Boss Peter Freunschlag und bedankte sich bei rund 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die jedes Heimspiel zu einem Fest werden lassen. Der Chef vermittelt übrigens keine Spur von Amtsmüdigkeit: "Ein Abschied als Präsident wäre für mich extrem, so etwas kann ich mir gar nicht vorstellen."

     

     

    Der Fahrplan der Black Wings bis zum Liga-Start

    Als die Black Wings am Freitag zum ersten Training auf das Eis stürmten, waren sie kaum zu halten. Die Eishockeycracks wollen es sich selbst beweisen, die abgelaufene Saison mit dem Viertelfinal-K.o. gegen Bozen soll ein Ausrutscher gewesen sein. „Wir können es kaum erwarten“, bringt etwa Brian Lebler seinen Enthusiasmus zum Ausdruck.

    Am kommenden Freitag (19.30 Uhr) werden die Oberösterreicher ihr erstes Testspiel bestreiten, die Straubing Tigers (DEL) kommen in die Keine-Sorgen-EisArena. Am Sonntag (18 Uhr) steigt das „Re-Match“ in Deutschland. Am 25. und 27. August werden sich die Wings mit Augsburg (DEL) messen, von 1. bis 3. September steigt der Vinschgau-Cup in Südtirol. Dort heißen die Gegner Ingolstadt und Färjestads. Die Erste Bank Liga beginnt für den EHC am 8. September in Znojmo.

     

    Alexander Zambarloukos, 07.08.2017, 00:04 Uhr

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