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    "Neugestaltung wird nicht reichen, um den Hessenpark lebenswert zu machen"

    "Neugestaltung wird nicht reichen, um den Hessenpark lebenswert zu machen"

    LINZ. Umbau: Anrainer mit Entwürfen zufrieden, wünschen sich aber Begleitmaßnahmen.

    Eine Blumenwiese, ein Café, zwei Spielplätze, breite Wege und gute Beleuchtung, die auch abends für ein gutes Sicherheitsgefühl sorgen: So soll der Linzer Hessenpark in Zukunft aussehen. Denn das Areal, das in den vergangenen Jahren als Treffpunkt von Kleindealern, Obdachlosen und Suchtkranken ins Gerede kam, wird umgestaltet.

    Am Freitag präsentierten René Ziegler vom Stadtplanungsbüro Raumposition und Dominik Scheuch vom Landschaftsarchitekturbüro Yewo Landscapes die Vorentwürfe. Das Ziel sei, einen familienfreundlichen, offenen, lebendigen, sicheren Park zu schaffen.

    Insgesamt 700.000 Euro will die Stadt dafür ausgeben. In den Planungsprozess wurden die Anrainer stark eingebunden, besonders die Bürgerinitiative "Lebenswerter Hessenpark und Umgebung".

    Die Bewohner stehen den Plänen positiv gegenüber: "Die Entwürfe gefallen mir gut", sagt Anrainerin Herlinde Friedl. "Die Zufriedenheit steigt, denn so, wie der Park jetzt aussieht, ist er für uns nicht benutzbar. Ich gehe zum Beispiel in der Nacht nicht durch, das ist mir einfach zu gefährlich."

    "Neugestaltung wird nicht reichen, um den Hessenpark lebenswert zu machen"

    Wunsch nach Alkoholverbot

    In einem sind sich die meisten Anrainer aber einig: Die Umgestaltung allein werde nicht reichen, um den Hessenpark von einem Treffpunkt der Drogendealer wieder zu einer Erholungszone für die Anrainer zu machen. "Die Umgestaltung geht in die richtige Richtung", sagt Olga Lackner, Obfrau der Bürgerinitiative "Lebenswerter Hessenpark". "Und ich finde es auch erfreulich, dass die Bewohner eingebunden wurden."

    Um eine echte Veränderung herbeizuführen, brauche es aber Begleitmaßnahmen: "Wir möchten, dass zum Beispiel eine Nachtsperre oder ein Alkoholverbot zumindest ausprobiert werden." In anderen Städten sei das auch möglich: Klagenfurt etwa habe kürzlich angekündigt, ein Alkoholverbot auf dem Heiligengeistplatz zu testen. Es sei schließlich nicht anzunehmen, dass sich Problemgruppen plötzlich gut benähmen, nur weil der Park neu gestaltet sei.

    Baubeginn im Herbst

    Der Linzer Architekt Rolf Touzimsky, der die Präsentation der Vorentwürfe interessiert verfolgt hat, kritisiert, dass sich die Pläne zur Umgestaltung nur auf den Hessenpark an sich konzentrieren. "Der Park braucht eine Verbindung zur Stadt, zum Hessenplatz und den Straßen rundum. Es wird nicht reichen, nur den Park attraktiver zu machen, um mehr Frequenz hineinzubringen."

    Bis der Park umgebaut ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen, erläutert Werner Sonnleitner, Direktor der Abteilung Stadtgrün und Straßenbetreuung im Magistrat Linz: "Der Vorentwurf soll vor Ostern fertig sein." Danach müsse man sich im Gemeinderat auf einen Entwurf festlegen und die Planung vergeben. Später sei ein zweiter Gemeinderatsbeschluss nötig, um die Leistungen für den Bau zu vergeben.

    "Realistischerweise können wir dann im Herbst mit dem Bau beginnen", sagt Sonnleitner. Und im Frühling 2019 soll der Hessenpark dann sein neues – schöneres – Gesicht zeigen.

     

    Hessenpark Neu: Das sagen Anrainer und interessierte Linzer zu den Vorentwürfen für die Umgestaltung

     

    "Der Umbau geht in die richtige Richtung. Aber es bräuchte zusätzlich Begleitmaßnahmen wie ein Alkoholverbot oder eine Nachtsperre.“
    Olga Lackner, Obfrau Bürgerinitiative Lebenswerter Hessenpark

     

    „Mir gefallen die Entwürfe, vor allem, dass die Wege wieder diagonal verlaufen sollen, so wie früher. Zudem finde ich es positiv, dass die Bürger in die Planung einbezogen wurden.“
    Hans Hörlsberger, Bewohner

     

    „Die breiten Wege, dass der Park hell und einsichtig werden soll, das finde ich gut. Aber für die Menschen, die sich jetzt darin aufhalten, braucht es auch Hilfe, wie Sozialarbeit.“
    Ralph Lenzenweger, Linzer

     

    Luise Walchshofer, 12.03.2018, 06:58 Uhr

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