• Linz
    Luger kämpft noch um eine Mehrheit für Linzer Kindergarten-Tarifmodell

    Luger kämpft um Mehrheit für Linzer Kindergarten-Tarifmodell

    LINZ. Beschluss am 25. Jänner geplant – Es wird auf die drei Neos-Gemeinderäte ankommen.

    Bis 25. Jänner, dem Termin der nächsten Gemeinderatssitzung, hat Bürgermeister Klaus Luger (SP) einige Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn noch fehlt ihm die politische Mehrheit für sein geplantes neues "Linzer Tarifmodell" für die Nachmittagsbetreuung in allen Kindergärten. "Ich kämpfe sehr dafür, dass ich das im Gemeinderat durchbringe", sagte das Stadtoberhaupt gestern.

    Wie berichtet, will die Stadt Linz auf den Beschluss der Landesregierung, die Nachmittagsbetreuung ab 1. Februar kostenpflichtig zu machen, mit einer eigenen Regelung reagieren. Diese "sozialpolitische, gesellschaftliche und wirtschaftsfördernde Maßnahme" (Luger) würde rund 2,5 Millionen Euro kosten, findet aber bei FPÖ und ÖVP mit ziemlicher Sicherheit keine Unterstützung. Luger ortet jedenfalls bei beiden keine Beweglichkeit in dieser Frage. Sowohl FPÖ wie auch ÖVP sind angesichts der angespannten finanziellen Situation der Stadt dagegen, neue Schulden zu machen.

    "Fehlen darf niemand"

    Die Grünen sind dafür, schließlich haben sie das "Linzer Tarifmodell" mit entwickelt. Auch in KPÖ-Gemeinderätin Gerlinde Grünn sieht der Bürgermeister eine Unterstützerin. Somit werden die drei Neos-Mandatare zum Zünglein an der Waage. Zumindest einen von ihnen muss Luger überzeugen, für das Modell zu stimmen. Gestern gab er sich optimistisch, dass dies gelingen sollte. Aber: "Es wird sicher eng." Nachsatz: "Fehlen darf bei der Abstimmung im Gemeinderat niemand."

    Finanzieren will Luger die geschätzten Mehrkosten aus Umschichtungen im Sozialbudget. Neue Kredite würden garantiert nicht aufgenommen werden.

    Mit dem neuen Modell, das abhängig vom Einkommen gestaltet wird, würde für ein Drittel der Familien die Nachmittagsbetreuung kostenlos bleiben. Der Rest muss mit Kosten von maximal 54 Euro pro Monat rechnen. Die Regelung gilt für alle städtischen und privaten Kindergärten in Linz.

    Das Landesmodell sieht bekanntlich Gebühren in der Höhe von 42 bis maximal 110 Euro vor.

    Sollte Luger "sein" Tarifmodell nicht durchbringen, werde dies nichts an der Ausbauoffensive für Kindergärten, Krabbelstuben und Horte in Linz verändern. "An der Zahl der notwendigen Plätze für die Kinderbetreuung ändert sich ja nichts", so Luger. (rgr)

    Linz – Die Stadt der Arbeit

     

    32.600 neue Arbeitsplätze sind seit 1988 in Linz für Frauen entstanden. Insgesamt arbeiteten in Linz im Jahr 2017 103.000 Frauen und 107.000 Männer in insgesamt 15.240 Arbeitsstätten.

    47,8 Prozent beträgt in Linz die Teilzeit-Quote bei den Frauen (Männer 15,8 Prozent). Dies führt Bürgermeister Klaus Luger auf das Angebot der flächendeckenden Kinderbetreuung zurück.

    12.287 Betreuungsplätze für Kinder standen im vergangenen Jahr in städtischen und privaten Einrichtungen zur Verfügung. Den meisten Zuwachs gab es in den vergangenen drei Jahrzehnten im Bereich der Krabbelstuben (von 349 auf 1033 Kinder) und der Horte (von 2265 auf 5055 Kinder).

    6199 Kinder besuchen aktuell im Stadtgebiet einen Kindergarten. 1988 waren dies 4867 Kinder, was einem Plus von 27 Prozent gleichkommt.

     

    10.01.2018, 00:34 Uhr

    Mehr Linz
    Linz Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang