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    Kehrt die Aphrodite zurück auf den Bauernberg? Linz entscheidet bald

    Kehrt Aphrodite zurück auf den Bauernberg? Linz entscheidet bald

    LINZ. Expertenvorschlag wird kommende Woche im Kulturausschuss der Stadt Linz vorgelegt.

    Noch lagert sie im Fundus des Linzer Nordico-Museums, die umstrittene Aphrodite-Statue.

    Das Geschenk, das Adolf Hitler 1942 seiner Lieblingsstadt Linz machte und das vor neun Jahren aus dem Rundtempel auf dem Bauernberg entfernt worden war, könnte bald wieder ins Blickfeld der Linzer Öffentlichkeit rücken. Eine Expertengruppe hat jetzt drei Varianten ausgearbeitet, die kommende Woche im Kulturausschuss vorgestellt und diskutiert werden.

    Die Vorgeschichte ist bekannt. 1942 war ein Bronzeabguss des ursprünglich vom Bildhauer Wilhelm Wandschneider gestalteten Werks von Hitler der Stadt Linz geschenkt und am Bauernberg aufgestellt worden. Jahrzehntelang stieß sich daran niemand.

    Entfernt und ins Depot gesteckt

    Als dann 2008 die (belastete) Geschichte der Aphrodite wieder an die Öffentlichkeit gelangte, gab der damalige Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SP) den Auftrag, die Statue zu entfernen und im Nordico aufzubewahren.

    Schon zu diesem Zeitpunkt vertrat das Bundesdenkmalamt die Meinung, dass die Statue auf den Bauernberg zurückgebracht werden müsse. Garten und Park stehen seit 2004 unter Denkmalschutz, was auch für den Rundtempel und die darin untergebrachte umstrittene Statue gilt.

    Um die wieder aufgeflammte (politische) Diskussion nicht zu hitzig werden zu lassen, wurde schließlich eine fünfjährige Übergangsfrist vereinbart, die vor einem Jahr endete.

    In der Folge entschied der Gemeinderat, dass im Kulturausschuss sachlich mit "internen wie externen Experten" und in einem "sensiblen Umgang mit der Geschichte der Stadt Linz" (der zu diesem Zeitpunkt noch zuständige VP-Vizebürgermeister Bernhard Baier) die Wiederaufstellung der Statue im öffentlichen Raum geprüft werden soll. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen.

    Drei Varianten prüfen lassen

    Die Expertengruppe, die aus Kulturdirektor Julius Stieber, Walter Schuster, dem Direktor des Linzer Stadtarchivs, Nordico-Leiterin Andrea Bina, Ulrike Knall-Brskovsky (Bundesdenkmalamt) und Heidemarie Uhl von der Akademie der Wissenschaften besteht, verständigte sich schließlich auf drei Varianten, die "einer Prüfung unterzogen werden sollen", wie es im Bericht heißt, der dem Kulturausschuss vorgelegt wird.

    Zur Wahl steht die Rückkehr der Statue auf den Bauernberg, entweder als Kunstprojekt mit dem klaren Auftrag, den historischen Kontext zu reflektieren, oder einfach nur so, womit dem Bescheid des Denkmalschutzes aus dem Jahr 2004 entsprochen würde. Die dritte Variante: Die Statue bleibt im Nordico und wird dauerhaft zum Ausstellungsstück. Dabei solle natürlich auch die Geschichte entsprechend aufbereitet werden, heißt es im Vorschlag.

    Reinhold Gruber, 20.04.2017, 00:04 Uhr

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