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    Hein zu Parkgebühren: "Ich will nicht ewig diskutieren"

    Hein zu Parkgebühren: "Ich will nicht ewig diskutieren"

    LINZ. Nach dem Beschluss im Stadtsenat entscheidet am Donnerstag der Gemeinderat.

    Der Grundsatzbeschluss zur Einführung von Parkgebühren auf dem Jahrmarktgelände wird fallen. Der Linzer Stadtsenat hat gestern, wie erwartet, dem Vorschlag von Stadtrat Markus Hein (FP) mehrheitlich zugestimmt. Auch im Gemeinderat am Donnerstag haben SPÖ und FPÖ eine Mehrheit. Spätestens im August wird damit für das Parken auf dem Marktareal wochentags zu bezahlen sein. Die Diskussion darüber ist damit aber nicht beendet.

    In der ersten Reihe der Kritiker steht VP-Vizebürgermeister Bernhard Baier. Hier werde kein Problem behoben, sondern nur ein neues erzeugt, sagte der Marktreferent gestern. "Hein und die SPÖ" würden Lösungen schuldig bleiben, im Gegenzug mit der Parkgebühr "die Pendler zum Staatsfeind Nummer 1" machen und den Wirtschaftsstandort Linz schwächen.

    "Kein Lenkungseffekt"

    Den erwarteten Lenkungseffekt durch die Parkgebühr werde es nicht geben, so Baier. Ohne Angebot werde niemand umsteigen.

    Ein Gesamtkonzept für das Parken in Urfahr forderte gestern erneut auch die Wirtschaft ein. "Ohne attraktive Ersatzlösungen für Unternehmer und Pendler" dürfe es zu keinen Parkgebühren auf dem Jahrmarktgelände kommen, sagte Klaus Schobesberger, Obmann der WKO Linz-Stadt.

    Für die Grünen sind Parkgebühren allein zu wenig. "Wenn man weiterhin nichts gegen die jährliche Zunahme des Individualverkehrs unternimmt, riskiert man fahrlässig einen völligen Zusammenbruch der Verkehrsinfrastruktur in Linz", kritisierte Verkehrssprecher Severin Mayr.

    "Wichtiger erster Schritt"

    Der viel kritisierte Linzer Verkehrsstadtrat gab sich im Gespräch mit den OÖNachrichten gelassen. Er wolle nicht dauernd über das Gleiche diskutieren, spielte Hein auf die jahrzehntelange Diskussion über die Schaffung von Park & Ride-Anlagen außerhalb des Stadtgebietes an.

    Mit der Einführung der Parkgebühren auf dem Marktareal würde man einen wichtigen ersten Schritt setzen, um "sanften Druck" auf die Verkehrsteilnehmer auszuüben. "Ich habe die Hoffnung, dass es durch Restriktionen beim ruhenden Verkehr zu einem Umdenken kommt und mehr Menschen auf den öffentlichen Verkehr umsteigen."

    Gelände bleibt "bespielbar"

    Dass der Marktplatz nicht mehr mit Veranstaltungen bespielt werden könne, sei zudem "völliger Humbug", sagte Hein in Richtung von Baier. Der Urfahraner Markt werde (inklusive Auf- und Abbauzeiten) ungestört stattfinden, andere Veranstaltungen werden auf den östlichen Teil des Areals, wo die Tagesparker stehen sollen, ausweichen müssen, so Hein.

    Dass die Jahreskarte um 365 Euro (sie gilt für rund 245 Parkplätze im westlichen Teil des Geländes) damit de facto nur rund zehn Monate genutzt werden könne, könne noch zu einem anderen Namen führen, so Hein.

    Für die SPÖ ist die Gebührenzone die "richtige Entscheidung". Laut Vizebürgermeister Christian Forsterleitner gehe es nicht um erwartete Einnahmen von 250.000 Euro jährlich, sondern um den Lenkungseffekt. Forsterleitner glaubt auch nicht, dass der Parkplatz mit Start des Gebührenparkens ausgelastet sein wird. (rgr)

     

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    17.05.2017, 00:04 Uhr

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