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    Urfahrmarkt Parken

    Gemeinderat beschloss Parkgebühren auf Jahrmarktareal

    LINZ. Jetzt ist es endgültig fix: Voraussichtlich mit August wird die Stadt Linz damit beginnen, auf dem Jahrmarktgelände in Urfahr, Parkgebühren einzuheben.

    Für die rund 1100 Abstellplätze, die zum überwiegenden Teil von Pendlern aus dem Mühlviertel genutzt werden, wird das Parken dann unter der Woche drei Euro pro Tag kosten. Bisher war es gratis. Den Grundsatzbeschluss haben, wie erwartet, SPÖ und FPÖ sowie auch die NEOS und die KPÖ am Donnerstagnachmittag mehrheitlich im Gemeinderat beschlossen. Die ÖVP und die Grünen enthielt sich der Stimme.

    Neue Argumente gab es in der Debatte im Stadtparlament nicht mehr. Die Befürworter erhoffen sich Lenkungseffekte für die angespannte Verkehrssituation in der Stadt und glauben zudem daran, damit "sanften Druck" auf die Autofahrer auszuüben, damit die in die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Den Gegnern fehlt bei der Einführung des Gebührenparkens das Angebot von Alternativen, wie Park-and-ride-Anlagen. So würden nur die Pendler zur Kasse gebeten, erneuerte vor allem die ÖVP ihre bekannten Bedenken. "Die Gebühr hat beim aktuellen Status keinen Lenkungseffekt und ist daher eine reine Geldbeschaffungsaktion", sagte VP-Klubobmann Martin Hajart. Zur Bestrafung für die Pendler komme noch eine Verstärkung der Parknot in den Wohngebieten von Urfahr.

    Parkplatzsuchende Menschen würden die Wohnqualität der Bevölkerung verschlechtern, kritisierte Gemeinderat Klaus Grininger (Grüne). Es wäre sowieso an der Zeit, das Areal den Menschen zurückzugeben, die Autos generell von dort zu verbannen. Letzteres ist auch für die ÖVP ein mittelfristiges Ziel.

    Das neue System, das nach dem Grundsatzbeschluss nun im Detail ausgearbeitet werden muss, sieht, wie berichtet, eine Tagesgebühr von drei Euro vor. Dazu wird es ein 5-Stunden-Ticket um zwei Euro und eine Jahreskarte um 365 Euro (reserviert werden für Dauernutzer rund 245 Parkplätze im westlichen Teil des Jahrmarktgeländes) geben.

    Die politischen Diskussionen werden weitergehen. Die Mühlviertler Pendlerallianz kündigte für Freitag eine Pressekonferenz an, in der sie die Parkgebühren-Einführung als "Sündenfall" bezeichnet und Konsequenzen wie Forderungen präsentieren wird. Welche das sein werden, wollte am Donnerstag noch niemand sagen.

    Diskussion um Ordnungsdienst

    Mit der Einführung der Parkgebühren auf dem Jahrmarktgelände soll auch "heimlich, still und leise" eine Aufstockung der Stadtwache geplant sein, übten die Grünen schon vor Sitzungsbeginn vorbeugend Kritik. Nicht nur, dass dem Ordnungsdienst "durch eine Hintertür" Zivilkontrollen ermöglicht werden sollen, wolle die rot-blaue Allianz laut Gemeinderätin Alexandra Schmid (Grüne) auch das Personal des Ordnungsdienstes stärken. Begründung: Bis dato gelte die vom Gemeinderat beschlossene Regelung, dass bei der Stadtwache maximal 30 Vollzeitäquivalente im Außendienst tätig sein dürfen. Nun solle diese Vereinbarung aufgehoben werden. Dem wollten Grüne wie KPÖ nicht zustimmen. (rgr)

    Hier noch ein Modell, voraussichtlich ab August vollzogen: Das Jahrmarktgelände in Linz-Urfahr wird zur Gebührenparkzone mit zwei Zonen:

    Es ist fix: Linzer Gemeinderat beschloss Parkgebühren auf dem Jahrmarktareal

    18.05.2017, 18:45 Uhr

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