• Linz
    Gefangen in der Liftkabine: Keine Panik dank Liegestützen und Selfies

    Gefangen in der Liftkabine: Keine Panik dank Liegestützen und Selfies

    PASCHING. Diese Rettungsaktion in der Paschinger PlusCity war denkwürdig

    Drei Burschen und ein Mädchen steckten vergangenen Samstag spätabends eine Stunde lang bei Minustemperaturen in einem Fahrstuhl der Paschinger Plus City fest. Walter Weber (48), Chef einer Leondinger Sicherheitsagentur, wurde zum Retter in der Not.

    Er sei mit seiner Freundin von einem Kino-Besuch in der PlusCity gekommen: "Als wir im neuen Parkhaus am Glasaufzug vorbeigegangen sind, haben wir ein Pumpern und Hilferufe gehört, so sind wir auf die vier aufmerksam geworden." Weber wusste sie zu beruhigen, "da kam mir die psychologische Schulung von meiner Detektiv-Ausbildung zugute."

    Nachdem er die Tür, die sich verklemmt hatte, einen Spalt aufgebracht hatte, hielt er das Quartett bei Laune: "Ich habe sie aufgefordert, Liegestütze und Selfies zu machen, das lenkte sie von ihrer Lage ab." Die war alles andere als angenehm: "In ihrer Kabine hat der Notruf nicht funktioniert, ich habe ihn daraufhin vom Nebenaufzug aus aktiviert." Gekommen sei "ein Herr vom Wachdienst, der sie nur fragte, ob sie was kaputt gemacht hätten."

    Feuerwehr "knackte" die Tür

    Auf Webers Intervention habe der Mann schließlich doch die Feuerwehr Pasching alarmiert. "Wir konnten die Verriegelung mit Hilfe eines Dreikantschlüssels rasch lösen", sagt Kommandant-Stellvertreter Wolfgang Meindl.

    Gleichzeitig hatte Walter Weber die Polizei Pasching angerufen. "Wir haben eine Streife hingeschickt, die Beamten stellten keine Gefährdung der Jugendlichen fest", hieß es gestern auf OÖN-Anfrage. Auf Akteneintrag und Anzeige habe man deshalb verzichtet. Für Walter Weber unverständlich: "Wenn die Polizei keine Anzeige gegen die PlusCity Betriebsgesellschaft erstattet, werde ich es tun."

    Alfons Krieglsteiner, 09.02.2018, 00:04 Uhr

    Mehr Linz
    Linz Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang