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    Ein Entdecker und ein Vermittler alter Musik

    Ein Entdecker und ein Vermittler alter Musik

    LINZ. Der 60-jährige Linzer Wolfgang Jungwirth stöbert sich seit Jahrzehnten durch Archive und legt Schätze frei.

    Wenn heute abend im Foyer des Wissensturms in Linz die Ausstellung "Fotografie und Wirklichkeit" eröffnet wird, dann wird darin nicht nur "Rätselhaftes und Absurdes" sichtbar gemacht, es ist auch ein Mann im Raum, der sehr "real" ist.

    Einer, der sich auch bei solchen Anlässen wohl fühlt, wo er "nur" für die musikalische Untermalung zuständig ist. Seine Kunst hat überall ihren Platz.

    Die Rede ist von Wolfgang Jungwirth, Linzer Gitarrist, seit kurzem 60 Jahre alt, Professor an der Bruckner Privatuniversität, Kammermusiker und ein Förderer der Jugend. Alte Musik und junge Menschen schließen sich nicht aus. Man muss nur die Zugänge zueinander finden. So wie sie Jungwirth einst auch gefunden hat.

    Seit 40 Jahren zieht er mit seiner Gitarre als Solist durch das Land oder gibt den Kammermusiker mit Partnern, die ihn geprägt und mit denen er immer lange verbunden war. Dazu zählt er seine erste Lehrerin, den Gitarre spielenden Vater und die Musiker, mit denen er das auf die Bühne gebracht hat und bringt, was ihn so fasziniert.

    Sprunghaft ist er nicht. Das zeigt sich auch daran, dass er in kaum einem seiner mehr als 800 Konzerte, die ihn im Laufe der Jahre in 24 Länder und 48 Städte geführt haben, einfach drauf los gespielt hat. Dafür ist Jungwirth viel zu sehr mit der Musik, ihrer Geschichte und ihren Geschichten verbunden. Er hat immer gerne einen Plan. Ein Thema. Ein Programm.

    Das liegt neben seinem Sinn für das Weitergeben von Wissen und die Erklärung von Zusammenhängen auch daran, dass Jungwirth den Entdeckergeist in sich trägt. Er kann sich leidenschaftlich durch alte Musik graben, verstaubte Noten aus dem Vergessen holen und sie so freilegen, dass auch die nächsten Generationen viel damit anfangen können. "150 Jahre reichen nicht aus, um all das zu realisieren, was man entdeckt", sagt der Musiker, der neben seiner Gitarrenklasse an der Bruckner-Uni den Verein "Musica Viva" in Schärding leitet, stellvertretender Direktor des Institutes Saiteninstrumente ist und zeitweise auch als Konzertveranstalter (Linz Guitar Association, Viva Musica, für Studierende) in Aktion tritt.

    Ohne Musik wäre für ihn sein Leben nicht denkbar. So stöbert er weiter, entdeckt, stellt zusammen und spielt mit seiner Gitarre die Musik vergangener Jahrhunderte oder eigene Kompositionen. Alleine oder mit anderen. So wie heute, wo er bei der Ausstellungseröffnung in Linz das Ensemble "Recorder Deluxe, Guitar Excellence" leitet. Das ist seine Wirklichkeit.

    Ausstellungseröffnung "Fotografie und Wirklichkeit", 18. April, 19 Uhr, Wissensturm Linz, Ausstellung bis 19. Mai jeweils Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr

    Reinhold Gruber, 18.04.2017, 00:04 Uhr

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