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    "Das ist nicht unser Selbstverständnis"

    LINZ. Handball: Christian Kropf will mit dem HC Linz AG nach geschaffter Entschuldung nicht mehr nur Mittelmaß sein. Wie er das ändern will, erklärt der Klubpräsident im Interview.

    Der HC Linz AG startet morgen um 19.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen Bruck in das Untere Play-off der Handball-Liga Austria. Geht es nach Klubboss Christian Kropf, sollen die Linzer aber bald Dauergast im Oberen Play-off sein.

     

    OÖN: Ist die Rückholung von Zoltan Cordas als hauptamtlichen Trainer im kommenden Sommer ein Baustein zur Professionalisierung?

    Christian Kropf: Definitiv ist das ein Baustein einer großen Landkarte, die wir schon vor drei Jahren begonnen haben zu malen, weil es uns wichtig ist, im Leistungshandball ganz vorne mit dabei zu sein. Es kann nicht sein, dass wir ständig im Unteren Playoff und in der Abstiegsrunde herumgurken – das ist nicht unser Selbstverständnis.

    Hat es ein ausschlaggebendes Erlebnis für die Neu-Ausrichtung gegeben?

    Als ich 2010 den Verein übernommen habe, hatten wir sehr viele Schulden. Der erste Schritt war eine Sanierung. Wir wollten ein Projekt "Handball neu in Linz" nicht mit einem Konkurs beginnen, weil wir Seriosität für einen nachhaltigen Erfolg als wichtig erachten. Also wählten wir den harten Weg. Vor drei Jahren wurde erstmals klar sichtbar, dass uns das gelingen wird. Nun ist eben der nächste Schritt notwendig.

    Was umfasst die Neu-Ausrichtung?

    Unser Strategieprozess konzentriert sich auf drei Säulen: die Vereinsstruktur, das wirtschaftliche Umfeld und sportlicher Erfolg. Für das Sportliche bildet das Nachwuchskonzept die Basis, für das wir vor sechs Jahren trotz Budgetengpass mit der Verpflichtung von Michal Vopelka als hauptamtlichen Nachwuchstrainer den Grundstein legten. Fünf Spieler im Nationalkader des 2000er-Jahrgangs geben uns recht.

    Was tut sich wirtschaftlich und bei der Vereinsstruktur?

    Wir möchten unser Sponsorvolumen weiter ausbauen, haben einen Finanzchef installiert und werden uns um einen professionellen Geschäftsführer umschauen. Wir arbeiten an einer neuen Hallen-Atmosphäre, indem wir das Bandenkonzept umwerfen. Die Sprossenwände werden abgedeckt, und im Sommer soll ein neues Lautsprechersystem installiert werden.

    Sind die Black Wings ein Vorbild in Sachen Vereinsentwicklung?

    Sie haben in vielerlei Hinsicht gezeigt, wie es gehen kann. Aber ich nehme den Begriff Vorbild nicht gern in den Mund. Mein Motto lautet: Es geht ums Kapieren und nicht ums Kopieren. Man muss verstehen, welche Faktoren Erfolg bringen und diese adaptieren.

    Reinhold Pühringer, 15.02.2018, 00:04 Uhr

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