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    Schlossberg: Verbaut oder nicht? Die Uttendorfer diskutieren

    Schlossberg: Verbaut oder nicht? Die Uttendorfer diskutieren

    HELPFAU-UTTENDORF. Der neue Wohnungsbau sei nur eineinhalb Meter höher, trotzdem stößt er vielen sauer auf.

    Ja, es sei Gesprächsthema im Ort, bestätigen die Uttendorfer bei einem Lokalaugenschein am Dienstagmorgen: Der Schlossberg mit dem Uttendorfer Wahrzeichen – der Schlosskirche – und der neue Wohnungsbau zu seinen Füßen. "Das finde ich nicht in Ordnung, zumindest das Dach hätte man flacher bauen können", sagt ein Anrainer, der gerade vor seiner Haustür kehrt. Einer Frau, die auf dem Weg zum wöchentlichen Bauernmarkt am Marktplatz ist, tut leid, dass der traditionelle Perchtenlauf am Berg durch den Bau nicht mehr so wirken kann wie davor. Das Wahrzeichen sei doch der Schlossberg mit seinem geschwungenen Weg und der kleinen Kirche, warum dieser verbaut wird, können viele Uttendorfer nicht verstehen.

    So wie der Schlossberg jetzt bedeckt sein soll, halten sich auch die Bewohner bedeckt: Niemand will sich namentlich zu diesem Streitthema äußern. Hinter vorgehaltener Hand wird vor der Reporterin über den neuen Bau diskutiert – aber nicht alle sind derselben Meinung. "Ich finde das alles gar nicht so schlimm. Es gibt halt immer Leute, die sich über Veränderungen und Neues aufregen. Ist doch gut, dass es jetzt wieder neue Wohnungen im Ort gibt", sagt ein älterer Herr und schwingt sich gleichzeitig aufs Rad. Ein Spaziergänger meint, dass das alte Haus doch auch nicht wesentlich niedriger gewesen sei. Die Aufregung teilt er nicht.

    Schlossberg: Verbaut oder nicht? Die Uttendorfer diskutieren


    Ein Bild aus früheren Tagen. Schon damals stand ein Haus an selber Stelle...

    Ähnlich sieht das Bürgermeister Josef Leimer, der die Kritik eigentlich so gar nicht versteht. Im Gegenteil, er ist sogar froh, dass am Fuße des Schlossbergs nun Wohnungen entstehen. "Das Haus ist jetzt eineinhalb Meter höher als vorher, wir haben nachgemessen", sagt er. Dieses musste abgerissen werden, weil es schon begann, zu zerfallen. Der Wohnungsbau sei sicher die attraktivere Variante, zudem bringt sie ja neuen Wohnplatz.

    Diskussion ist Ansichtssache

    Ob der Schlossberg jetzt weniger sichtbar ist oder nicht, ist auch Ansichtssache. Wird weiter weg auf den Schlossberg geblickt, ist dieser mit seinem Weg auch gut sichtbar. Steht der Beobachter direkt auf dem Platz und blickt frontal auf den Berg, ist von diesem nicht mehr viel zu sehen – siehe Fotos.

    Magdalena Lagetar, 18.05.2017, 06:29 Uhr

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