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    Literarische Wanderung zu "gutem Champagner und hübschen Weibern"

    Literarische Wanderung zu "gutem Champagner und hübschen Weibern"

    SCHÄRDING. Professor Rudolf Lessky lädt zu einer literarischen Spurensuche durch die Barockstadt.

    "Literarische Wanderung" – das klingt nicht gerade spannend. Ist sie aber. Zumindest für jene, die Spaß an feinsinnigen beziehungsweise humorvoll-deftigen Formulierungen haben. Das beweist Professor Rudolf Lessky bei der "Literarischen Wanderung" am Freitag, 21. April. Im Anschluss an die Wanderung wird die Broschüre "Literarische Spurensuche in der Barockstadt Schärding" vorgestellt.

    Kaum jemand kennt die Stadt Schärding vom Kulturellen her besser als Rudolf Lessky. Der jung gebliebene 81-Jährige leitete 40 Jahre erfolgreich den Chor der Stadtpfarrkirche, war als Leiter der Musikhauptschule um die Gesangs- und Instrumentalausbildung der jungen Schärdinger bemüht und ist seit 20 Jahren ein gefragter Stadtführer. Vor allem als "Nachtwächter" hat sich Rudolf Lessky einen Namen weit über die Grenzen der Bezirksstadt hinaus gemacht.

    Es war demnach Lessky beinahe "kulturelle Verpflichtung", sich auch auf literarische Spurensuche bekannter Persönlichkeiten in Zusammenhang mit der bekannten Barockstadt zu machen. Mehrfach fündig geworden, hat Lessky die gesammelten Schriften beziehungsweise Auszüge daraus in einer Broschüre zusammengefasst. Diese ist – soviel darf schon vor ihrer Präsentation verraten werden – weit mehr wert als die dafür verlangten fünf Euro. "Die Literarische Spurensuche in der Barockstadt Schärding" gehört in jeden Haushalt der Stadt. Zumindest in solche, deren Besitzer auch an literarischen Hintergründen und Zusammenhängen der Stadt interessiert sind.

    Hier ein Auszug aus der Lessky-Schrift, in der dieser verrät, "Wer was wann und wo in oder über Schärding geschrieben hat": Alfred Kubin war nicht nur ein "grau zeichnender Schwarzmaler", er wurde auch für seinen 1908 erschienenen Roman "Die andere Seite" bekannt. In der Schärding-Broschüre ist über den "Meister von Zwickledt" unter anderem der Auszug eines seiner Briefe an seine Schwester Maria erwähnt. Darin heißt es: "Ich will nicht mehr sein ... Betrinkt man sich täglich mit gutem Champagner oder hübschen Weibern, wird’s einem leichter, den letzten Meilenstein, welcher auch als Leichenstein dienen kann, zu erreichen."

    Wie Georg Griesinger, der Biograf des berühmten Komponisten Joseph Haydn, berichtet, kam dieser auf seiner zweiten Konzertreise nach London im Jänner 1794 an der Innbrücke in Schärding zur Grenzkontrolle. Der Zöllner befragte Haydn nach seinem "Charakter" (Beruf), worauf dieser "Tonkünstler" antwortete. Der Beamte fragte seinen Kollegen, was denn dies sei. Dieser entgegnete: "Wird wohl ein Hafner oder Töpfer sein." 

     

    Literarische Wanderung:

    „Literarische Wanderung“ mit Rudolf Lessky am Freitag, 21. April. An 15 Stationen wird er über Dichter und Autoren berichten. Gestartet wird die eineinhalbstündige Wanderung um 20 Uhr bei der Stadtbücherei, in der im Anschluss die Broschüre „Literarische Spurensuche in der Barockstadt Schärding“ vorgestellt wird. Um 5 Euro ist die Broschüre in der Stadtbücherei in der Schlossgasse 3 zu haben.

    (burgstaller), 20.04.2017, 09:04 Uhr

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