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    Kritik: Kindergärten zu wenig lange geöffnet, zu wenige Krabbelstuben

    Kritik: Kindergärten zu wenig lange geöffnet, zu wenige Krabbelstuben

    RIED. SP drängt auf längere Öffnungszeiten in Kindergärten und Ausbau der Krabbelstuben.

    Bei den Drei- bis Fünfjährigen besuchen im Bezirk Ried 93,7 Prozent eine Kinderbetreuungseinrichtung – das mengenmäßige Angebot passe in diesem Segment, so SP-Bezirksvorsitzender Christian Makor aus Schildorn, der auch SP-Landtagsklubchef ist. "Die Quantität passt, aber die Öffnungszeiten nicht. Es geht nicht darum, die Kinder von früh bis spät fremdbetreuen zu lassen. Aber es müssen die Arbeitszeiten der Eltern abgedeckt werden. Die Wirtschaft fordert Arbeitszeit-Flexibilisierung. Das passt mit den Öffnungszeiten der Kindergärten nicht zusammen."

    Gemessen an einem "Vergleichbarkeitsindikator für Beruf und Familie" werden im Bezirk Ried elf Prozent der Kinder in Kindergärten betreut, die in die Kriterien fallen – der Landesschnitt liegt bei 23 Prozent, so Makor. Wobei hier der Zentralraum durchschlägt.

    Im Bezirk haben die Kindergärten im Schnitt 36,5 Wochenstunden geöffnet, der Landesschnitt liegt bei 41,5 Stunden, Linz kommt auf 52,7 Stunden, so Makor. Der Bezirk Schärding sei mit 35,5 Wochenstunden Schlusslicht unter den Bezirken im Land.

    Vor allem wegen zu weniger Öffnungsstunden an Nachmittagen hätten viele Eltern Probleme, so Christin Meingassner, die neue SP-Bezirksfrauenvorsitzende für Ried. Ein Problem seien auch die vielen Tage, an denen die Kindergärten geschlossen sind – im Schnitt 33,5 Tage pro Jahr im Bezirk Ried, so die 28-Jährige. "Die Omas und Opas sind heutzutage auch vielfach berufstätig. Dann ergibt sich ein Betreuungsproblem."

    Zu wenige Krabbelstuben

    In kleineren Gemeinden können Pilotprojekte wie gemeinsame Sommerkindergärten Abhilfe schaffen – wie zum Beispiel in Pramet, Schildorn und Waldzell gemeinsam praktiziert, so Christian Makor. "Bei der Betreuung von Unter-Drei-Jährigen haben wir eine echte Baustelle. Wir brauchen mehr Krabbelstuben. Wo es sie gibt, sind sie bummvoll", sagt Makor. "Da haben wir im Bezirk Ried echten Nachholbedarf, da sehen wir die größten Lücken. Die Eltern müssen die Zivilcourage haben, ihren Bedarf zu melden", so Makor, der bei gängigen Bedarfserhebungen "Abschreckfragen" diagnostiziert. Zehn Prozent der Unter-Dreijährigen besuchen im Bezirk Ried eine Kinderbetreuungseinrichtung, in Linz sind es doppelt so viele.

    Der Österreich-Schnitt liegt bei 25,5 Prozent, so Makor. 35,1 Stunden pro Woche haben die Krabbelstuben im Bezirk Ried geöffnet – der Ladesschnitt liegt bei 39,5 Stunden, wobei der Bezirk Schärding mit 32,6 Prozent an letzter Stelle rangiert, so Makor. Neben den Gemeinden sei das Land gefordert, die Kinderbetreuung auszubauen, derzeit sei die Lastenverteilung ungleich. Der Bedarf werde deutlich ansteigen.

    19.05.2017, 01:39 Uhr

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