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    "In einer Stadt wie Ried hat man höhere Akzeptanz für politische Entscheidungen"

    "In einer Stadt wie Ried hat man höhere Akzeptanz für politische Entscheidungen"

    RIED. Neuer Grünen-Verkehrsstadtrat Lukas Oberwagner setzt auf den Faktor Zusammenarbeit.

    "In deinen acht Jahren als Verkehrsstadtrat ist dir Außergewöhnliches gelungen", lobte Rieds Bürgermeister die Arbeit von Max Gramberger (Grüne), der seine Verantwortung als Verkehrsstadtrat, wie berichtet, an den 31-jährigen Lukas Oberwagner übergab.

    "Mit Oberwagner habe ich einen sehr engagierten Nachfolger. Ich möchte mein Engagement verstärkt auf die Bereiche Regionalität und Nachhaltigkeit verlagern", sagt Gramberger, der den Grünen als Ersatzgemeinderat und Bezirkssprecher erhalten bleibt. Global denken und lokal handeln sei ein herausfordernder Leitsatz, an dem er – gemeinsam mit anderen – arbeiten möchte.

    Er könne sich vorstellen, beispielsweise über einen Verein Bewusstseinsbildung für regionales Einkaufsverhalten zu schaffen. "Wenn viele Menschen nachhaltig handeln, können wir in unserer Region mehr bewegen, als wir glauben", ist sich Gramberger sicher.

    Dass er nach der Wahl 2015 das von ihm gewünschte Umweltressort der Stadt als politischer Verantwortlicher nicht erhalten habe, sei kein Grund für den Rückzug aus der ersten Reihe gewesen, so Gramberger.

    "Politisch wird oft vom guten Rieder Klima gesprochen, das kann ich grundsätzlich bestätigen. Das Thema Begegnungszone war ein Zeichen dafür, dass man gemeinsam viel erreichen kann", sagt Gramberger und fügt hinzu: "Rückblickend gesehen hätte ich vielleicht bei gewissen Diskussionen etwas bestimmter auftreten sollen. Das Stadtmarketing hätte beispielsweise aus meiner Sicht schon viel früher auf professionelle Beine gestellt werden müssen. Viele Stadtpolitiker sind halt vor dem Einkaufszentrum in die Knie gegangen, dabei wurde die Innenstadt leider etwas vernachlässigt." Er wünsche sich, dass die Rieder Innenstadt wieder lebendig und attraktiv werde.

    Bevölkerung mehr einbinden

    Oberwagner, diplomierter Politikwissenschafter, betont, dass er bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. "In einer Stadt wie Ried hat man größere Akzeptanz für politische Entscheidungen, auch die fraktionsübergreifende Zusammenarbeit funktioniert weitaus besser als im Bund." Der 31-Jährige, der zuvor zwei Jahre lang Fraktionsobmann der Rieder Grünen war, möchte die Bevölkerung bei politischen Entscheidungen mehr einbinden. "Ich bin dafür, dass wir wieder einen Stadtentwicklungsausschuss einrichten", sagt Oberwanger im OÖN-Gespräch.

    20 km/h in der Begegnungszone

    Für die Entwicklung der Begegnungszone in der Innenstadt sehen sowohl Oberwagner als auch Gramberger noch sehr viel Luft nach oben. "Ich wünsche mir, dass die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auf 20 km/h gesenkt wird", fordert Oberwagner, der sich eine verstärkte Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden, vor allem in Sachen Verkehr, wünscht. Auf die Frage, ob er eine Fußgängerzone in der Innenstadt befürworte, antwortet Oberwagner: "Mir würde das sehr gut gefallen, aber politisch sehe ich derzeit keine Möglichkeit, so etwas durchzusetzen."

    Die Freude über die angekündigte Umsetzung der Umfahrung Spange 3 hält sich bei den Rieder Grünen in engen Grenzen. "Ich persönlich hätte gehofft, dass dieses Projekt aus finanziellen Gründen weit nach hinten gereiht wird. Ich glaube nämlich, dass die Entlastung durch die Spange für die Innenstadt sehr überschaubar sein wird. Vor die Bagger werden wir uns deshalb aber nicht werfen. Es wird etliche Enttäuschungen bei den Leuten geben", sagt Gramberger.

    Thomas Streif, 18.07.2017, 00:04 Uhr

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