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    "Ich mache Politik für die Leute im Bezirk Schärding"

    "Ich mache Politik für die Leute im Bezirk Schärding"

    SIGHARTING, WIEN. ÖVP-Klubobmann August Wöginger über seine neue Funktion in Wien sowie Herausforderungen in seiner Innviertler Heimat.

    Seit mehr als 15 Jahren ist August Wöginger ÖVP-Abgeordneter zum Nationalrat. Der 43-Jährige hat Schritt für Schritt die politische Karriereleiter erklommen und ist seit Ende 2017 VP-Klubobmann und der Vertreter Oberösterreichs in Wien. Im Interview spricht er über seine neue Rolle, sein Verhältnis zu Bundeskanzler Sebastian Kurz und über seine politischen sowie persönlichen Ziele.

     

    Volkszeitung: Wie würden Sie einem Kind Ihren Job als Klubobmann beschreiben?

    Wöginger: Einfach ausgedrückt bin ich der Chef der 89 ÖVP-Abgeordneten im Parlament. Ich fungiere als Drehscheibe zwischen Regierungsmitgliedern, den Abgeordneten im Parlament und den VP-Landtagsclubs. Habe also eine Vermittlungsrolle inne. In meiner Verantwortung liegt es, dass die parlamentarische Arbeit funktioniert und die beschlossenen Gesetze abgearbeitet werden.

    Hört sich nach einem sehr verantwortungsvollen und vor allem anstrengenden Job an?

    Vielen Menschen ist nicht bewusst, welch wesentliche Funktion die Klubobleute der Parteien inne haben.

    Sie waren also nicht enttäuscht, doch kein Ministeramt in der neuen Regierung bekommen zu haben?

    Im Gegenteil. Als zum Beispiel Minister Molterer vor einigen Jahren VP-Klubobmann wurde, war das ein beruflicher Aufstieg. Mir macht der Job auf jeden Fall Spaß und ich schätze sehr, dass man als Klubobmann auch immer einen Gesamtüberblick hat.

    Und welche Fähigkeiten sind in dieser Position besonders von Bedeutung?

    Man muss viel reden und vor allem auch ausgleichen. Es geht darum, ständig in Kontakt mit allen Seiten zu sein und auch immer einen Konsens zu erzielen. Das habe ich aber auch schon als Sozialsprecher gelernt und es ist daher nicht neu für mich.

    Wie viel Zeit verbringen Sie in Wien?

    Im Normalfall bin ich 3,5 Tage in Wien – von Montag bis Donnerstagmittag. Donnerstagabend nehme ich meist einen Termin in Oberösterreich wahr und am Freitag bin ich immer im Schärdinger VP-Bezirksbüro.

    War es Ihrer Meinung nach richtig mit der FPÖ eine Koalition zu bilden?

    Es war eindeutig der Wille der Wähler. Sowohl wir von der ÖVP als auch die FPÖ haben deutlich dazugewonnen und deshalb war es logisch, dass der Wählerauftrag erfüllt wird.

    Sie stehen Bundeskanzler Sebastian Kurz sehr nahe. Wie würden Sie Ihr Verhältnis beschreiben?

    Sebastian Kurz ist für mich ein politisches Ausnahmetalent und wir pflegen bereits seit Jahren eine Freundschaft. Diese hat sich durch den sehr intensiven Wahlkampf im Vorjahr noch verstärkt. Daher funktioniert unsere Zusammenarbeit wirklich hervorragend.

    Welche Bilanz ziehen Sie über die ersten Wochen der Regierungszusammenarbeit mit der FPÖ?

    Die Regierung hat wirklich am ersten Tag die Arbeit aufgenommen und bereits eine große Entlastungswelle für die Bevölkerung umgesetzt. Ich habe seit zehn Jahren die steuerliche Entlastung für Familie gefordert. Das ist nun mit dem ‘Familienbonus Plus’ gelungen. Jeder Familie bleiben nun 1500 Euro Cash in der Geldtasche mehr, wovon 700.000 Familien in Oberösterreich profitieren.

    Wie lange wollen Sie Klubobmann bleiben bzw. was sind Ihre politischen Ziele?

    Ich habe mir kein Limit gesetzt und mache den Job sehr gerne. In der Politik weiß man sowieso nie, was kommt. Politische Ziele habe ich aber noch nie gehabt, inhaltliche schon. Mir sind keine Funktionen wichtig, sondern ich will etwas bewegen.

    Und welchen Stellenwert hat das Innviertel bei Ihrer politischen Arbeit?

    Die 7100 Vorzugsstimmen, die ich bei der letzten Wahl bekommen habe, sind ein persönlicher Antrieb. Ich mache Politik vor allem für die Leute im Bezirk Schärding. Das sehe ich auch als meinen persönlichen Auftrag. Ich rede gern und viel mit den Menschen. Politik muss einem Spaß machen, sonst hält man das nicht lange durch.

    Und welche Schwerpunkte setzen Sie in Schärding 2018?

    Wir ziehen jetzt in jeder der 30 Gemeinden Halbzeitbilanz. Der Fokus dieses Jahr liegt ganz klar darauf, neue Mitglieder zu werben. Weiters setze ich mich für einen dritten Augenarzt im Bezirk ein sowie verbesserte Rahmenbedingungen für Allgemeinmediziner, um den Hausärztemangel entgegen zu wirken.

    Bianka Eichinger, 15.02.2018, 00:04 Uhr

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