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    Hitler-Geburtshaus: Gespräche zu konkreter Nachnutzung stehen an

    Hitler-Geburtshaus: Gespräche zu konkreter Nachnutzung

    BRAUNAU. Rechtliche und organisatorische Prüfung läuft, Lebenshilfe ist weiterhin Favorit.

    Im Tauziehen um die Nachnutzung des nun leerstehenden Hitler-Geburtshauses scheint sich die Option "Einzug der Lebenshilfe" zu verfestigen. Die Lebenshilfe war in der Vergangenheit bereits im Haus, zog aber aus, weil nötige Umbauarbeiten in der damaligen Besitzkonstellation nicht möglich waren, obwohl der Hauptmieter der Bund ist. Der Nationalrat hat, wie berichtet, beschlossen, die Hausbesitzerin zu enteignen. Diese geht rechtlich dagegen vor – bleibt es aber bei der Enteignung, könnte eine Nachnutzung fixiert werden.

    "Derzeit sieht es so aus, als ob die Lebenshilfe Oberösterreich wieder in das Objekt einzieht", so Braunaus Bürgermeister Hannes Waidbacher im Rahmen einer Gedenkstunde für die Opfer von Krieg und Nationalsozialismus. Eine eigene Task Force ist im Einsatz. "Derzeit wird rechtlich und organisatorisch geprüft, ob das Vorhaben umsetzbar ist. Es wird mit der Lebenshilfe abgeklärt. Für Ende Juni, Anfang Juli sind konkretere Gespräche vorgesehen", so Waidbacher im Gespräch mit den OÖN. Braunau sei eine Stadt wie jede andere, so Waidbacher bei der Gedenkfeier – manchmal gewinne man aber den Eindruck, dass Braunau durch die Geburt Hitlers stigmatisiert sei und ins rechte Eck geschoben werde.

    Doch bis eine weitere Nutzung des Hauses in der Salzburger Vorstadt konkret wird, dürfte es noch länger dauern. Die Besitzerin ging gegen die vom Parlament beschlossene Enteignung beim Verfassungsgerichtshof in Berufung.

    David Stögmüller, Bundesrat der Grünen aus Braunau, drängt trotzdem auf eine rasche grundsätzliche Entscheidung über die Weiternutzung. "Wenn die Lebenshilfe wieder in das Haus einzieht, dann kann ich das nur begrüßen. Ich glaube, dass im Haus aber auch noch Platz für weitere soziale Einrichtungen wäre. Die Kosten für den Umbau müsste der Bund übernehmen", so Stögmüller im OÖN-Gespräch.

    Der Grünen-Bundesrat stellte in der Causa Hitlerhaus eine Anfrage an VP-Innenminister Wolfgang Sobotka. (sedi/tst/geiring)

    17.05.2017, 00:04 Uhr

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