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    Gute Anbindung ans Straßennetz hilft Gemeinde mit der besten Bonität

    Gute Anbindung ans Straßennetz hilft Gemeinde mit der besten Bonität

    INNVIERTEL. Reichersberg im österreichweiten Bonitäts-Ranking der Gemeinden an erster Stelle.

    Reich, reicher, Reichersberg. Wenn es um die Kreditwürdigkeit geht, hat eine kleine Innviertler Gemeinde bundesweit die Nase vorne: Die 1504-Einwohner-Kommune Reichersberg ist im Bonitätsranking der Top 250-Gemeinden an erster Stelle. Bereits zum zweiten Mal hintereinander. Ein Erfolg, der mehrere Wurzeln hat: Es sind die Einnahmen aus eigenen Steuern, die deutlich über dem Mittelwert liegen. "Das haben wir den finanzstarken Unternehmen zu verdanken", sagt VP-Bürgermeister Bernhard Öttl. Besonders die FACC AG spült Geld in den Gemeindehaushalt.

    "Viele glauben, dass der Flugzeugkomponentenhersteller hauptsächlich in Ried und St. Martin arbeitet. Aber die Produktion findet vorrangig in unserer Gemeinde statt", sagt Öttl, der auch die Anbindung an die Autobahn A8 und die Bundesstraße 148 als Vorteil sieht. Wobei: "Es gibt viele andere Gemeinden mit einer Autobahnzu- und Abfahrt, die nicht so gut dastehen. Also müssen wir vieles richtig machen." Damit ist die nachhaltige Investitionskultur in Reichersberg gemeint. Neben der umgestalteten Volksschule und der Ausstattung der Feuerwehen steht in den nächsten Jahren in der Grenzgemeinde die Errichtung eines neuen Gemeindeamtes auf der Agenda.

    "Ja endlich", seufzt der 48-jährige Öttl, dessen Büro an Wochenenden häufig zum Standesamt umfunktioniert werden muss. "Im neuen Amt ist eine ständige Bleibe vorgesehen." Ein neues Gemeindeamt, davon wird auch in Eggelsberg geträumt. Obwohl die Kreditwürdigkeit der 2291-Einwohner-Gemeinde sehr gut ist – österreichweit liegt die Braunauer Kommune an dritter Stelle, nur knapp überholt von Filzmoos im Pongau – ist die Amtsstube veraltet.

    Kindergarten hat Vorrang

    "Vor dem Neubau des Amts, das vielleicht auf einem neu gekauften Grund passieren soll, wird der Kindergarten neu errichtet. Das hat Vorrang", sagt der Ortschef, der die gute finanzielle Situation ebenfalls mit den guten Einnahmen und geordneten Ausgaben erklärt. "Natürlich gibt es in einer Gemeinde, wo Geld vorhanden ist, viele Begehrlichkeiten, denen kann ich aber nicht allen nachkommen. Trotzdem: Sparen ist auch nicht alles", sagt der 60-Jährige, der früher in dem Torfwerk seines Vaters arbeitete. Was Reichersberg und Eggelsberg so gut und so richtig machen, das wollen auch andere Gemeinden wissen.

    "Es gibt schon Amtskollegen, die ab und zu anrufen", sagt Öttl, der in jungen Jahren den Hof seiner Eltern übernahm und heute als Versicherungsvertreter arbeitet. Ihr Umgang mit Geld hat Vorbildwirkung, sagt auch Alfred Riedl, der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes. "Ich gratuliere den Reichersbergern sehr, sehr herzlich. Sie sind ein Leuchtturm an Sparsamkeit und umsichtigem Umgang mit Steuergeld. Die Gemeinden erwirtschaften seit Jahren (leichte) Überschüsse und bauen Schulden ab. Eine Leistung, von der Länder und Bund nur träumen können."

     

    Die besten Gemeinden im Bonitätsranking

    Das Ranking basiert auf einer Analyse des KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung, mit deren Hilfe die finanzielle Lage aller österreichischen Städte und Gemeinden durchleuchtet wird. Detaillierte Hintergrundinformationen zum Abschneiden der 250 besten Gemeinden werden alljährlich in der public Sonderausgabe publiziert:

    • Platz 1: Reichersberg, Bonitätswert: 1,09 (2015: 1,12), Vorjahr: 1
    • Platz 2: Filzmoos (Salzburg), Bonitätswert: 1,1 (2015: 1,15), Vorjahr: 9
    • Platz 3: Eggelsberg, Bonitätswert: 1,12 (2015: 1,07), Vorjahr 10

    Valentina Dirmaier, 18.07.2017, 00:04 Uhr

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