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    "Druck von den Eltern kann auf keinen Fall schaden!"

    "Druck von den Eltern kann auf keinen Fall schaden!"

    RIED. Info-Abend zum Thema Integration an der Rieder Stifter-Schule.

    Das Zeichen, das die Rieder Adalbert Stifter-Schule am Montagabend gesetzt hat, war deutlich: Mit dem Info- und Diskussionsabend im vollbesetzten Turnsaal machte die für ihre erfolgreiche Integrationsarbeit seit 25 Jahren bekannte Schule klar, dass man die vom Bildungsministerium angestrebte Richtung nicht für richtig hält. Wie in den OÖN mehrfach berichtet, droht den Integrationsklassen an Sonderschulen das Aus, weil dieser Schulversuch nicht mehr genehmigt wird.

    Wertvolle Unterstützung erhielten Schulleiterin Maria Wageneder und ihr Lehrerinnen-Team beim Info-Abend von Pflichtschulinspektor Wolfgang Schatzl, der deutlich machte: "Wir stehen hinter der Schule und versuchen alles, damit wir eine längerfristige vernünftige Lösung erreichen!" Im kommenden Schuljahr werde daher die erste Integrationsklasse "disloziert": "Die Auslagerung erfolgt aber nur organisatorisch und auf dem Papier, nicht räumlich", sagte Schatzl. Der Unterricht erfolge weiterhin an der Stifter-Schule, versprach Schatzl den verunsicherten Eltern und Pädagogen. Welche Schule dies sei, könne erst nach Abschluss der Anmeldungen festgelegt werden.

    Zeichen der Stadt erwünscht

    Auch VP-Vizebürgermeisterin Gabriele Luschner bekräftigte: "Auch die Stadt steht zu hundert Prozent hinter der Schule!" Sie werde sich als Obfrau des Schulausschusses auch bei den anderen Fraktionen im Ausschuss für den Erhalt der Integrationsarbeit an der Stifter-Schule stark machen. Alle Anwesenden machten per Akklamation aber klar: "Wir wünschen uns ein noch deutlicheres Zeichen von der Stadt Ried, dass alle politischen Gremien geschlossen hinter unseren Bemühungen stehen!", wie ein Besucher in Richtung politische Verantwortliche gesagt hatte.

    Der Widerstand auch von Seiten der Eltern sei mit Sicherheit ein wirksames Mittel, um die Besorgnis nachhaltig zum Ausdruck zu bringen – das zeigte die angeregte Diskussion mit den Vertretern von Schulbehörde und Stadt. Schulleiterin Maria Wageneder teilte daher Unterschriftenlisten aus, mit denen der Protest gegen die Weisung des Ministeriums verdeutlicht werden kann. Auch eine Online-Petition soll eingerichtet werden.

    Die Präsidentin der Lebenshilfe Oberösterreich, Helga Scheidl, rief ebenfalls zum Protest gegen die Pläne des Ministeriums auf: "Auch wenn man mit der Lebenshilfe hauptsächlich Erwachsene verbindet – die Basis wird in der Schule, und zwar in Schulen mit Integrationsklassen gelegt." Auch der Obmann des Fördervereins, Stefan Schröckeneder, machte klar, dass nun der Zusammenhalt von Eltern, Lehrern und Politik nötig sei. Man müsse alles daran setzen, dass auch künftig Integrationsunterricht an der Stifter-Schule möglich sei. Sonst drohe ein Ghetto von beeinträchtigten Schülern.

    Die OÖNachrichten werden über die weitere Entwicklung – auch auf ministerieller Ebene – berichten. 

    (rokl), 14.02.2018, 18:30 Uhr

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