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    Beste Lehrlinge: Der Mann, der die Talente ausbildet

    WENG, SANKT PETER. Markus Oberdacher von der Firma Faschang über seine Arbeit.

    Ausbildungsgeheimnis? "Wir haben hier keine Geheimnisse", sagt Markus Oberdacher und lacht. Und dennoch würden sich viele Lehrlingsausbildner sicher genau den Erfolg wünschen, den der Werkzeugbautechniker mit seinen Lehrlingen geschafft hat: Jürgen Baier und Sebastian Fischerlehner haben den ersten und den zweiten Platz beim Landeslehrlingswettbewerb nach Hause geholt. Nach Hause und in die Wenger Firma Faschang Werkzeugbau. Dort sollen sich nämlich seine Schützlinge auch wohlfühlen. "Das wichtigste ist, dass die Lehrlinge Freude an der Arbeit haben, dann sind sie gleichzeitig motiviert", sagt er.

    Nicht erst üben, können!

    Und motivierte Lehrlinge machen die beste Werbung für zukünftige Lehrlinge. Seit 2012 bildet Oberdacher Werkzeugbauer aus, zur Zeit betreut er mit einem Kollegen 16 Lehrlinge, sieben haben heuer ausgelernt.

    Genaues Arbeiten, Geschick, mathematisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen – wer das mitbringt, hat laut Oberdacher die besten Voraussetzungen ein guter Werkzeugbautechniker zu werden. "Das sehe ich gleich, wenn die zukünftigen Lehrlinge zum Schnuppern kommen", sagt der 34-Jährige. Jürgen und Sebastian sind ihm schon positiv aufgefallen, deshalb hat er sie zum Bewerb angemeldet. Zum ersten Mal durften heuer auch Werkzeugbautechniker mitmachen. Geübt haben die beiden Altheimer aber nicht intensiv. "Was beim Bewerb gefragt ist, machen wir bei uns in der Lehrwerkstatt auch. Einen Tag habe ich sie üben lassen, aber mehr nicht", sagt Oberdacher. Er ist der festen Überzeugung, dass nicht jene Lehrlinge gewinnen sollten, die am besten trainiert wurden, sondern die, die es am besten können, weil es zur Ausbildung gehört. Wenn seine zwei Schützlinge beim Bundes-lehrlingswettbewerb in Niederösterreich antreten, für den sie sich mit ihren Spitzenplätzen qualifiziert haben, dann wird auch nicht wochenlang vorher trainiert.

    In seiner Lehrwerkstatt werde ohnehin zu 90 Prozent produktiv gearbeitet, sagt der gebürtige Gilgenberger, der seit kurzem in St. Peter – in Hagenau, wohnt. Er vergibt am Anfang des Tages mit seinem Kollegen größere und kleinere Aufgaben und betreut seine Lehrlinge bei den verschiedenen Arbeitsschritten.

    Altersdurchschnitt: 34 Jahre

    Die Lehrlingsausbildung hat einen sehr hohen Stellenwert bei der Firma Faschang Werkzeugbau. Insgesamt werden 120 Mitarbeiter beschäftigt, davon sind knapp 20 Lehrlinge. Das wirkt sich auch auf den Altersdurchschnitt der Firma aus: "Bei uns sind wirklich viele junge Leute beschäftigt, der Altersdurchschnitt liegt bei 34 Jahren", sagt Oberdacher.

    Gute Lehrlinge zu finden, sei aber auch für ihn oft schwer. "Ich will nicht jammern, aber es gibt schon Jahre, in denen es leichter ist und andere, in denen es mit der Lehrlingssuche sehr schwer ist. Heuer zum Beispiel haben wir noch Bedarf. Wir suchen fünf, beworben haben sich bisher drei", sagt Markus Oberdacher.

    Magdalena Lagetar, 18.05.2017, 05:48 Uhr

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