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    Welser Floristin nach Prügelattacke weiter im Koma

    WELS. Achtjährige Tochter besucht Mutter täglich im Spital – OÖN unterstützen Spendenaktion, die Pflegekosten abdecken soll

    Seit dem 7. Mai ist für Familie St. nichts mehr, wie es früher war: Es war kurz vor 19 Uhr, als ein Mann in das Blumengeschäft beim Klinikum stürmte. In dem Laden arbeitete seine Frau Anita (32) und bereitete sich gerade auf das Ende ihres Arbeitstages vor. Sie dürfte gewusst haben, was ihr bevorstand. Ihr Ehemann, von dem sie seit kurzem getrennt lebte, hatte sie und ihre gemeinsame Tochter Ivana (8) mehrmals bedroht.

    Mit roher Gewalt prügelte er auf die hübsche Frau ein. Er zertrümmerte ihre Nase, brach ihr mehrere Gesichtsknochen und trat gegen ihren Kopf, als sie schon am Boden lag.

    Anita bleibt ein Pflegefall

    Sechs Wochen nach der Tat liegt Anita St. immer noch auf der Intensivstation des Welser Klinikums. Dass sie den Angriff ihres rasend eifersüchtigen Gatten überlebte, ist fast ein Wunder. Lange Zeit schwebte sie in Lebensgefahr.

    Doch ein ebensolches Wunder muss eintreten, dass die Frau aus dem Wachkoma erwacht: „Die Ärzte haben gemeint, dass sie aufgrund ihrer schweren Gehirnverletzungen ein Pflegefall bleiben wird“, sagt Anitas jüngere Schwester Marina Galovic. Zweimal täglich besucht Tochter Ivana ihre Mutter im Krankenhaus: „Sie ist sehr traurig“, sagt Marina. Ivana leide sehr unter den Umständen der Tat und sei deshalb bei einem Kinderpsychologen in Therapie. Den Kontakt zum Vater, der sich nach der Tat widerstandslos festnehmen ließ, meidet das Kind. Wie es weiter geht, weiß derzeit niemand.

    Spendenaktion für Familie

    „Natürlich haben wir die Hoffnung, dass Anita eines Tages aus dem Koma erwacht. Bis dahin müssen wir die notwendigen Vorkehrungen treffen. Es gibt so viele Dinge zu regeln“, sagt die im Bildungshaus Schloss Puchberg arbeitende Sekretärin und versucht die Nerven zu bewahren. Solange ihre Mama ohne Bewusstsein ist, hat Ivana in Marina eine liebevolle Ersatz-Mutti.

    Um der Familie finanziell unter die Arme zu greifen, haben Freunde und Bekannte von Anita eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

    Mit Unterstützung der OÖNachrichten sollen damit Heilbehelfe und auch Aufwendungen für das Fortkommen der achtjährigen Ivana bezahlt werden.

    Als Schirmherr stellte sich Direktor Florian Niedersüß vom städtischen Energieversorger eww zur Verfügung. Er garantiert, dass die Spendengelder auch effizient verwendet werden. Bürgermeister Andreas Rabl (FP) sagte ebenso Hilfe zu: „Ich erinnere mich an Mutter und Tochter, die ich während eines Einkaufs im Blumenladen kennenlernte. Die Floristin bat mich damals um ein Selfie, das sie später auf ihrer Facebook-Seite postete.“

    Der brutale Ehemann, der bis zur Tat als Tischler im Klinikum arbeitete, sitzt in der Welser Justizanstalt in Untersuchungshaft. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe wegen versuchten Mordes. Was ihn zu dieser Tat getrieben hat, erklärt ein Freund des Opfers so: „Er hatte Alkoholprobleme und wollte die Trennung nicht akzeptieren.“

    Spenden für Anita St.

    Bei der Raiffeisenbank Wels ist seit heute ein Spendenkonto eingerichtet – Stichwort „Spendenkonto Anita“: IBAN: AT63 3468 0000 0058 9374. BIC RZOOAT2L680

    Erik Famler, 14.06.2018, 00:00 Uhr

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