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    Linzer Ex-Primar operiert in Schladming - mit Fußfessel

    GRAZ. 450.000 Euro an Patienten-Honoraren hat ein ehemaliger Linzer Primar seinen Ärztekollegen im Linzer Unfallkrankenhaus zwischen 2006 und 2013 vorenthalten. Er wurde dafür verurteilt. Seit mehreren Monaten arbeitet Albert Kröpfl als Oberarzt in Schladming. Nun hat ihm die Leitung der Justizanstalt Leoben eine Fußfessel genehmigt.

    Im Landesgericht Linz war der Mediziner im Dezember 2015 zu 26 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden. Kröpfl berief gegen den Spruch. Er argumentierte, dass die Rechtslage komplex und er der Ansicht gewesen sei, korrekt gehandelt zu haben. Das Oberlandesgericht Linz setzte seine Strafe auf 24 Monate teilbedingt (acht Monate unbedingt) herab. 

    Weil der unbedingte Teil seiner Freiheitsstrafe zwölf Monate nicht übersteigt, hatte Kröpfl rechtlich die Möglichkeit, eine elektronische Fußfessel zu bekommen. Die aufgrund seines Wohnsitzes nun zuständige Justizanstalt Leoben hat den Antrag bewilligt.

    Kröpfl ist als Oberarzt in der Klinik der Diakonissen in Schladming tätig. In einem Brief hatte sich die Schladminger Klinikleitung an das Gericht gewandt, um sich für ihren neuen Mitarbeiter einzusetzen. „Die Unfallchirurgische Abteilung ist auf Dr. Kröpfl angewiesen“, schreibt das Krankenhaus-Management. Auch mit einer Fußfessel dürfe er als Oberarzt jederzeit in der Klinik seinen Dienst versehen, heißt es weiter.

    17.07.2017, 09:06 Uhr

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