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    Hohe Hürden für ausländische Ärzte

    Hohe Hürden für ausländische Ärzte

    LINZ. Die Anerkennung von internationalen Studienabschlüssen dauert oft jahrelang.

    Ali Akil ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO). In Oberösterreich sind derzeit drei HNO-Facharztstellen ausgeschrieben und nicht besetzt. Aber Akil darf sich um keine bewerben.

    Seit 2015 lebt der Syrer, der in der Ukraine studiert hat und jahrelang als Arzt tätig war, in Österreich. In seinem Beruf arbeiten darf er nicht. Der Grund ist, dass Nostrifizierungen, also die Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse, oft jahrelang dauern.

    Das müsse sich ändern, fordert Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne): "Es ist unverständlich, warum so hohe Hürden geschaffen werden, obwohl ein Mangel an Fachärzten herrscht. Dabei könnten diese Menschen die Gesellschaft bereichern." Alleine bei Migrare, einer Anlaufstelle für Zuwanderer, sind derzeit 34 Ärzte und 17 Zahnärzte in Beratung.

    Mindestens zwei bis drei Jahre dauern die Verfahren, oft länger, zumal die Antragsteller auch Deutsch lernen müssen. "So lange finanziell durchzuhalten, ist sehr schwer", sagt Anschober. Dazu kämen hohe Kosten, beispielsweise für Deutschkurse oder die Übersetzung von Dokumenten.

    Zuerst wird überprüft, ob das Studium mit jenem im Österreich vergleichbar ist. Vom Ergebnis ist abhängig, wie viele Zusatzprüfungen nötig sind. Hat man diese bestanden, fehlt im Fall von Ärzten die sogenannte Fachgruppenbegutachtung durch die Ärztekammer, ohne die Mediziner nicht in ihrem Fachgebiet arbeiten dürfen.

    Unentgeltliche Mitarbeit

    Außer Frage stehe, dass Antragsteller im Sinne der Patientensicherheit die gleiche Qualifikation wie in Österreich Ausgebildete haben müssten. "Aber es wäre schade, Potenzial zu verspielen", sagt Martin Burian, Leiter der Abteilung für HNO, Kopf- und Halschirurgie im Ordensklinikum Linz.

    Dort ist Ali Akil seit mehr als zwei Jahren unentgeltlich als eine Art wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, ähnlich einem assistierenden Studenten. Patienten behandeln darf er nicht. Denn Akil befindet sich mitten im Nostrifikationsverfahren. Eine Prüfung und die Fachgruppenbegutachtung fehlen ihm noch, ehe er wieder wie früher als Arzt arbeiten darf.

    OÖN, 13.02.2018, 00:04 Uhr

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