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    "Egal, wie lange ich brauche: Wenn ich laufe, fühle ich mich einfach besser"

    "Egal, wie lange ich brauche: Wenn ich laufe, fühle ich mich einfach besser"

    LINZ. Für Jan Vodnansky und viele weitere Läufer zählte beim Linz-Marathon "dabei sein ist alles".

    Die Abbauarbeiten hatten bereits begonnen, aber noch einmal brandeten gestern Nachmittag in der Marathon-Arena am Linzer Hauptplatz Applaus und Jubel auf.

    Nach 5 Stunden und 43 Minuten hatte es Jan Vodnansky endlich geschafft: Drei radelnde Polizisten und zwei übermütige Moderatoren eskortierten den 23-jährigen Tschechen zur Ziellinie. Dort wurde ein letztes Mal an diesem Marathon-Tag ein Konfetti-Regen gezündet, der sonst nur Spitzenläufern vorbehalten ist. "Die Leute sind super hier und haben mich großartig unterstützt", sagte der Letzte des Linz-Marathons, der aus dem grenznahen Kaplice stammt und seit zwei Monaten als Produktionsarbeiter im Mühlviertel beschäftigt ist.

    Wegen seines neuen Jobs und der Zehn-Stunden-Schichten kam der 23-Jährige nur selten zum Trainieren. "Mein Ziel war es, den Marathon zu beenden, egal, wie lange ich brauche. Wenn ich laufe, fühle ich mich einfach besser", sagte Vodnansky.

    Das Gehirn am Laufen halten

    Die positive Wirkung des Massenphänomens Laufen ist auch medizinisch nachgewiesen, bestätigt der "Marathon-Arzt" Franz Gradinger: "Schon gemäßigtes Lauftraining stärkt den Stoffwechsel im Gehirn und in den Knochen. Damit sinkt gerade auch im Alter das Risiko, an Demenz, Alzheimer oder Knochenschwund zu erkranken", sagt der 49-jährige Mediziner und begeisterte Marathon-Läufer. Darüber hinaus fördert das Laufen den Herz-Kreislauf und beugt Schlaganfällen, Bluthochdruck und Herzinfarkt vor. "Ein aktiver Mensch hält seinen Körper und sein Gehirn am Laufen", sagt der Innviertler, der rund 2500 Kilometer pro Jahr läuft.

    "Egal, wie lange ich brauche: Wenn ich laufe, fühle ich mich einfach besser"

    "Sicher nicht letzter Marathon"

    Ihren allerersten Marathon über die volle Distanz absolvierten gestern Gabriele Lettner und Karin Steininger aus Wartberg ob der Aist: "Wir haben noch bei Minusgraden zu trainieren begonnen. Doch heute ist es so heiß gewesen, dass auch ein Halbmarathon gereicht hätte. Unser Ziel, durchzukommen, haben wir trotzdem geschafft", sagten die beiden Mühlviertlerinnen. Sie liefen nach vier Stunden und fünf bzw. 17 Minuten durch das Ziel.

    Wenige Minuten vor Jan Vodnansky erreichte Jakob Puchmayr die Marathon-Arena am Linzer Hauptplatz: "Ich habe mich spontan entschieden, erstmals die 42 Kilometer am Stück zu laufen." Der Braunauer habe sich vorgenommen, bis zum Ende nicht aufzugeben. "Das hat gut geklappt und war sicher nicht mein letzter Marathon in Linz. Dieser Laufbewerb ist ein super Erlebnis."

    René Laglstorfer, 16.04.2018, 00:05 Uhr

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