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    Technosert-Chefs: "Kündigungen waren keine Strafe"

    Technosert-Chefs: "Kündigungen waren keine Strafe"

    LINZ. Die Geschäftsführer der Mühlviertler Firma nahmen erstmals öffentlich zu den Vorwürfen Stellung.

    Mit Klarstellungen hat sich die Geschäftsführung der Mühlviertler Elektronikfirma Technosert erstmals an die Öffentlichkeit gewandt. So habe es nicht zehn, sondern fünf Kündigungen durch den Dienstgeber gegeben. Der Rest der zwölf Mitarbeiter habe das Unternehmen von sich aus oder im Einvernehmen verlassen. "Da habe ich zu wenig genau die Unterlagen angeschaut", sagte Firmengründer Johannes Gschwandtner.

    Wie berichtet, hatte die Wirtschaftskammer den Fall an die Öffentlichkeit gebracht. Demnach hätten sich Mitarbeiter abgesprochen und seien gemeinsam in den Krankenstand gegangen. Davon war im Gespräch mit den OÖNachrichten keine Rede mehr. Gschwandtner war wichtig zu betonen, dass die Kündigungen nicht aus Strafe erfolgt sind, sondern "weil die Perspektive gefehlt hat, ob wir mit den Mitarbeitern weiter disponieren können".

    Nach den ersten Berichten haben sich mehrere frühere Mitarbeiter an die Öffentlichkeit gewandt und von einem Betriebsklima voll Druck und gesetzeswidriger Arbeitszeiten berichtet.

    Dafür, dass nach zehn Stunden ausgestempelt und danach weitergearbeitet wurde, "habe er keine Indizien", sagte Gschwandtner. Hermann Schübl, Geschäftsführer und seit 2015 Hälfte-Eigentümer von Technosert, sagte: "Ich habe keine Anweisungen gegeben, das zu tun." Das angeblich schlechte Klima kann sich Gschwandtner nicht erklären: "Ich gehe jeden Tag durch den Betrieb und frage, ob es was gibt."

    Dass es im Herbst wegen eines hohen Auftragsstands zu angeordneten Überstunden gekommen sei, bestätigte Schübl. Dafür habe es im Dezember eine Prämie gegeben: 200 bis 900 Euro brutto für die Involvierten. Dass Frauen nach der Karenz in die Produktion gedrängt worden seien, lässt Gschwandtner nicht gelten: Vier Frauen haben neue Positionen bekommen. "Die Arbeitsplätze in der Produktion oder Lagerlogistik sind um nichts schlechter." (rom/sib)

    26.02.2018, 00:04 Uhr

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