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    "Stürmisches Jahr" bei der Linz Textil schlägt sich auch in der Bilanz nieder

    "Stürmisches Jahr" bei der Linz Textil schlägt sich auch in der Bilanz nieder

    LINZ. Konflikt mit Kleinaktionären und Nachfrageeinbruch für Garne prägten 2017.

    Das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 sei für die Linz Textil AG "stürmisch" gewesen. Der Konflikt mit Kleinaktionären und der Beschluss, die Viskosespinnerei in Linz zu schließen, haben sich auch in der Bilanz des Unternehmens niedergeschlagen, die Vorstand Hermann Wiesinger gestern in Linz präsentierte.

    So ging der Umsatz im vergangenen Jahr neuerlich zurück: von 113,5 auf 110,8 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank von 8,6 auf 2,3 Millionen Euro. Wobei dieser Rückgang auch von Sondereffekten geprägt worden sei, 2016 nach oben und im Vorjahr nach unten, sagte Wiesinger.

    Im November 2017 wurde nach einem anhaltenden Markteinbruch beschlossen, die Viskose-Spinnerei zu schließen, die OÖNachrichten berichteten. Die Kapazitäten werden zum Teil in das Werk Klanec in Kroatien verlegt, wo die Kapazitäten deutlich erhöht wurden. Ende Mai soll die Spinnerei geschlossen werden. Für die derzeit noch 30 Mitarbeiter wurde ein Sozialpaket in der Höhe von 1,3 Millionen Euro beschlossen. Die frei werdenden Hallen mit fast 20.000 Quadratmeter sollen vermietet werden. "Das Interesse ist groß", sagte Wiesinger.

    Für das laufende Geschäftsjahr 2018 erwartet Wiesinger ein Ergebnis auf dem Niveau von 2017. Die Schließung der Spinnerei erfordere Restrukturierungsmaßnahmen, "die uns heuer noch belasten werden", sagte Wiesinger. Ab 2019 wolle man wieder durchstarten.

    Nach der Renovierung und Revitalisierung mit Büros und Wohnungen des Palais Löwenfeld in Linz-Kleinmünchen soll nun auch das dazugehörige "Meierhaus" saniert werden. Dafür werde rund eine Million Euro aufgewendet. Deutlich mehr, nämlich 14 Millionen Euro, kostet das zweite Immobilienprojekt des Unternehmens: der Bau eines Design-Hotels in Ebelsberg, die OÖNachrichten berichteten bereits.

    Der Konflikt mit Kleinaktionären, der heuer im März beigelegt wurde, wird sich für das Geschäftsjahr 2017 neuerlich in einer ungewöhnlich hohen Dividende niederschlagen. 35 Euro will das Unternehmen zahlen, nach 42 Euro für das Jahr 2016. Die Eigenkapitalquote sank im Vorjahr von 85,7 auf 77,3 Prozent, das sei damit aber für die Branche ungewöhnlich hoch, sagte Wiesinger. (hn)

    14.04.2018, 00:04 Uhr

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