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    Strenge Auflagen behindern den Ausbau der Wasserkraft

    Strenge Auflagen behindern den Ausbau der Wasserkraft

    MOLLN. Oberösterreich hätte noch Potenzial für Strom aus Wasserkraft für den Jahresbedarf von rund 140.000 Haushalten.

    Seit 1908 liefert das Kraftwerk Steyrdurchbruch Strom. Die vier Turbinen, die seit 110 Jahren ihren Dienst tun, haben eine Leistung von vier Megawatt. Das reicht für den Jahresbedarf von 5500 Haushalten.

    Nicht umsonst hat die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich, angeführt von Spartenobmann Günter Rübig und Energiesprecher Erich Frommwald, dieses Kraftwerk als Ziel für eine Medienfahrt ausgesucht. Dieses Kraftwerk steht exemplarisch für die Vorzüge dieser Art der Stromgewinnung. "Langfristig sind Wasserkraftwerke die wirtschaftlichste Form der erneuerbaren Stromerzeugung", sagte Rübig.

    Das aus Sicht der Industrie kaum erreichbare Ziel der Klima- und Energiestrategie der Regierung, den Stromverbrauch 2030 vollständig aus erneuerbaren Quellen im Inland zu decken, sei nur dann erreichbar, wenn auch die Wasserkraft ausgebaut werde, so Rübig.

    Vor allem auch deshalb, weil Wind und Sonne sehr volatile Energiequellen sind, Strom aus Wasserkraft im Vergleich dazu gleichmäßiger verfügbar sei. Investitionen in Ausbau und Erneuerung von Kraftwerken seien notwendig, würden aber durch gesetzliche Rahmenbedingungen konterkariert, sagte Energie-AG-Technikvorstand Stefan Starlinger. Als Beispiel nannte er die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Österreich: Diese sehe etwa vor, dass Wehranlagen rückgebaut und Fischwanderhilfen errichtet werden.

    Dies könnte im Vollausbau bis zu 400 Millionen Euro kosten und die Wasserkraft-Produktion um 1800 Gigawattstunden, den Jahresbedarf für 500.000 Haushalte, reduzieren. "Das entspricht der Leistung eines großen Donaukraftwerkes", sagte Starlinger.

    Hermann Neumüller, 16.05.2018, 00:04 Uhr

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