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    Softwarehaus BMD arbeitet an der Zukunftsmusik für Telefonauskünfte

    Softwarehaus BMD arbeitet an der Zukunftsmusik für Telefonauskünfte

    STEYR. Einfache Fragen sollen lernende Systeme schon bald automatisch beantworten.

    "Das ist eine Zukunftsmusik, die nicht mehr weit entfernt ist." Der langjährige Geschäftsführer des Steyrer Softwarehauses BMD, Ferdinand Wieser, spricht an, woran das Unternehmen aktuell arbeitet: Eine eigenentwickelte, lernende Software soll binnen der nächsten neun Monate so weit sein, oft gestellte Fragen an der Kunden-Hotline automatisiert zu beantworten.

    15 bis 30 Prozent der am Telefon gestellten Fragen sollen so abgehandelt werden, sagt Wieser. BMD entwickelt Rechnungswesen- und Steuerberatungs-Software sowie Lösungen für einzelne Branchen wie den Bau. Weil sich Gesetze dauernd ändern, sind permanente Weiterentwicklungen der Software nötig – was Rückfragen der Kunden bedeutet. Die Betreuung der 28.000 Kunden ist für BMD ein großer Brocken: 280 der 500 Mitarbeiter sind mit Service und Wartung beschäftigt. Ein Gutteil von ihnen macht auch immer wieder Hotline-Dienste.

    Wenn diese entlastet würden, könnten Wartezeiten für aufwendigere telefonische Hilfestellungen reduziert werden. "Da schaffen wir unsere Zielvorgabe von drei Minuten Wartezeit nicht immer", sagte der Geschäftsführer bei einer Pressekonferenz.

    Wieser erhofft sich mit dieser Unterstützung durch Künstliche Intelligenz auch eine Entlastung bei der dauernden Mitarbeiter-Suche. "Es wird immer schwieriger, Personal zu finden." 35 bis 40 Personen nimmt BMD jährlich zusätzlich auf.

    In den vergangenen drei Jahren ist das Softwarehaus zum dritten Mal in Folge über zehn Prozent gewachsen. "Das ist für ein Unternehmen wie unseres an der Grenze des Schaffbaren", sagt Wieser. Mit einem Plus von zwölf Prozent hat das 1972 gegründete Softwarehaus 2017 erstmals 50 Millionen Euro Umsatz gemacht.

    Eine Million Euro an Mitarbeiter

    Von der guten Entwicklung – auch auf der Ertragsseite – profitieren auch die Mitarbeiter: Eine Million Euro wurde per Ende März an die Mitarbeiter ausgeschüttet. "Das passiert seit 1986 fast jedes Jahr."

    Dabei läuft gerade ein großes Ausbauprojekt: Zehn Millionen Euro werden in ein drittes Gebäude auf dem Firmengelände investiert. Zurzeit in anderen Gebäuden in Steyr eingemietete Abteilungen werden ab November zurück übersiedeln, sagt Wieser. 180 Arbeitsplätze werden entstehen.

    Die Automatisierung und Digitalisierung spielt nicht nur in der Verbesserung der Firmenprozesse, sondern auch bei der Kunden-Software eine immer wichtigere Rolle. So sollen Routinebuchungen – etwa von Eingangsrechnungen – immer stärker automatisiert erfolgen.

    Die BMD-Eigentümer

     

    Das Softwarehaus BMD wurde 1972 als universeller EDV-Anbieter von Werner Burgholzer gegründet. Damals stand der Firmenname für „Bürocomputer Mittlere Datentechnik“.

    Der Gründer beteiligte früh seinen engsten Führungskreis, darunter Geschäftsführer Ferdinand Wieser.

    2002 wurde der Eigentümerkreis noch weiter geöffnet und die Abteilungsleiter beteiligt. Heute gibt es elf Gesellschafter, teilweise bereits Angehörige der ersten Gesellschafter.

    16.05.2018, 00:04 Uhr

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