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    Künstliche Intelligenz: JKU kämpft gegen Verlust eines Spitzenforschers

    JKU kämpft gegen Verlust eines Spitzenforschers

    G'riss um Sepp Hochreiter – der Uni-Professor hat mehrere Angebote aus dem Ausland.

    Die künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren eine Riesensprung gemacht. Von der Spracherkennung am Handy bis hin zu medizinischen Diagnosen reichen die Einsatzgebiete. Einer der führenden Forscher im Bereich der künstlichen Intelligenz ist Sepp Hochreiter, der seit 2006 Vorstand des Instituts für Bioinformatik an der Linzer Johannes-Kepler-Universität (JKU) ist. IT-Konzerne wie Microsoft und Google sind ebenso interessiert an Hochreiters Forschungsergebnissen wie Auto- und Pharmakonzerne. Nun droht der Spitzenforscher der Linzer Uni abhanden zu kommen.

    Bayer soll in Linz bleiben

    Denn nicht nur Industriekonzerne klopfen bei Hochreiter an, sondern auch deutsche Universitäten. Der Wissenschaftler hat mehrere Angebote erhalten, wie er auch im OÖN-Gespräch bestätigt. "Ich komme aus Bayern. Es ist ein guter Zeitpunkt, nach Deutschland zurückzugehen", sagt der 50-jährige Vater von drei Kindern.

    Doch ein Abschied aus Linz würde dem Spitzenforscher zweifellos schwerfallen: "Ich habe hier in den vergangenen Jahren einiges aufgebaut und viel Zeit investiert. Wenn ich jetzt ginge, wäre das umsonst gewesen. In Linz könnte jetzt vieles richtig starten", sagt Hochreiter.

    Tatsächlich laufen im Hintergrund intensive Bemühungen, Hochreiter in Linz zu halten. JKU-Führung und Land Oberösterreich wollen ein Paket schnüren, mit dem Hochreiter ein Verbleib in Linz schmackhaft gemacht werden soll.

    LH-Stv. Michael Strugl, seit einigen Tagen auch für Forschung zuständig, ist sich mit Rektor Meinhard Lukas einig, dass der Ruf aus Deutschland abgewehrt werden soll. "Hochreiter soll das Herzstück eines Zentrums für künstliche Intelligenz in Linz werden", sagt Strugl. Im Sommer kommt mit Burton Lee ein erfahrener Professor der Universität Stanford nach Oberösterreich, der ebenfalls Ideen einbringen wird.

    In praktisch jedem Smartphone befindet sich das von Hochreiter entwickelte LSTM-Netz. Es handelt sich dabei um ein neuronales Netzwerk: einen Kurzzeitspeicher, der sich Sachen sehr lange merken kann. Als Vorbild für die Entwicklung dient das menschliche Gehirn. LSTM ermöglichte den Siegeszug der künstlichen Intelligenz in der Sprachverarbeitung, dem Verstehen von Texten und der Bildbearbeitung.

    Susanne Dickstein, 19.04.2017, 00:04 Uhr

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